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Konzept

Das Konzept steht unter dem Text auch als Download zur Verfügung.

Das Konzept des Kinderhauses Wilde 13, der Kindertagesstätte des CVJM Lübeck e. V., soll dazu beitragen, für Eltern, deren Kinder, Interessierte und Mitarbeiter/-innen der Einrichtung eine inhaltliche Orientierung zu bieten.

 

Es soll einen Weg der Begleitung innerhalb von Erziehung zeigen, der gemeinsam mit allen Beteiligten gegangen wird, der insbesondere die Entwicklung der Kinder unter Berücksichtigung des biblischen Menschenbildes in den Blick nimmt, den Bedürfnissen der Kinder angepasst ist, den Bedarfen der Eltern Rechnung trägt, und das pädagogische Feld vor dem Hintergrund des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) und seinen handlungsleitenden Vorgaben ausleuchtet. Pädagogische Theorie, die langjährigen Erfahrungen in der Kindererziehung, das Denken und Handeln, die christliche Grundeinstellung der Mitarbeiter/-innen kennzeichnen die konkrete Arbeit im Zusammenwirken der Eltern, der Kinder und dem Fachpersonal. Kommunikation und wertschätzende Haltung zwischen denen am Prozess „Erziehung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen“ Beteiligten ist die unverzichtbare Grundlage einer gelingenden Kooperation. I

m Sinne einer am Menschen individuell-orientierten, freien und sozialen Persönlichkeitsentwicklung und -bildung stellt dies das Grundverständnis des CVJM Kinderhauses Wilde 13 dar.

 

© Alle Rechte vorbehalten. Kopien, Ausdruck, Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit vorheriger Genehmigung durch den CVJM Lübeck e. V. Lübeck, 15.06.2020

Einführung

Das CVJM Kinderhaus Wilde 13 liegt im Hochschulstadtteil St. Jürgen der Hansestadt Lübeck. Bis zum Jahr 2003 war die Wilde 13 eine eingruppige Einrichtung des CVJM Lübeck, die durch den Zusammenschluss der Kitas „Mumin e. V.“ und „Hummelnest e. V.“ schrittweise vergrößert wurde. In ihrer heutigen Form ist sie eine der größten Kitas in Lübeck.

 

In der Gesamtkonzeption des sozialen Lebens im Hochschulstadtteil nimmt die Kita einen Platz neben der Grundschule, dem Jugendtreff, der „Betreuten Grundschule“, der „Offenen Ganztagsschule“ und dem Pastorat ein. Diese Einheiten sind eng miteinander vernetzt, arbeiten auf pädagogischer und teilweise organisatorischer Ebene zusammen.

 

Die Zusammenlegung der o. g. Kindertagesstätten hatte großen inhaltlichen und pädagogischen Einfluss auf die Entwicklung der Arbeit mit den Kindern. Durch die vielfältigen Schwerpunktsetzungen der einzelnen Kitas entstand eine Angebots- und Methodenvielfalt, die in der Wilden 13 „zusammenflossen“ und sie bestimmen.

 

Diese Vielfalt wurde strukturiert und ist in den Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresablauf der Gruppen eingegangen. So hat jede Gruppe nicht nur einen eigenen Namen, sondern auch einen bestimmten Wochenplan. Die Kinder erhalten einen festgelegten Rahmen, der Wiederkehrendes und Vertrautes als Richtung weisende und Sicherheit gebende Größe in ihren Kindergartenalltag integriert. So können sie auch einmal die Gruppe bei Notwendigkeit oder auf Wunsch wechseln und finden dennoch den gleichen, vertrauten Rahmen vor – nur mit anderen Erzieherinnen und anderen Kindern. Von und mit beiden können sie lernen und spielen, gemeinsam neue Erfahrungen erleben, lernen schrittweise zu verstehen, dass der gesamte Kindergarten „ihrer“ ist. Die Erzieherinnen lernen hierdurch viele Kinder kennen, können sich kollegial und untereinander austauschen und unterstützen.

 

Das Krippenkonzept ist Bestandteil des Gesamtkonzeptes der Einrichtung. Es wurde gesondert beigefügt, um Eltern einen speziellen Einblick in die Arbeit des Kinderhauses Wilde 13 zu geben.

Ziele und pädagogischer Ansatz

Grundlage der pädagogischen Arbeit des Kinderhauses bildet das Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Tagespflegestellen (Kindertagesstättengesetz - KiTaG - vom 12. Dezember 1991, zuletzt geändert durch Gesetz vom 18. Juli 2000). Der gesetzliche Auftrag legt in § 4 fest, dass Kindertagesstätten einen eigenen Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrag haben. Dabei ist die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu unterstützen und das leibliche, seelische und geistige Wohl des Kindes zu fördern. (Weitere Rechtsvorschriften: Sozialgesetzbuch -VIII. Buch -(SGB VIII) - Kinder und Jugendhilfe - vom 08.12.1998, Landesverordnung über die Mindestvoraussetzung für die Einrichtung und den Betrieb von Kindertageseinrichtungen [Verordnung für Kindertageseinrichtungen-KiTaVO] vom 13.11.1992, KIK 2006, BKiSchG 2012, KKG, §§ 8, 22 und 45 ff SGB VIII). Vielfältigkeit, Struktur und ein sicheres Gefühl für die Kinder 4 Unsere pädagogischen Ziele orientieren sich an dem je individuellen Entwicklungsstand und den Bedürfnissen der Kinder. Die Betreuung erfolgt durch ausgebildete Fachkräfte.

 

Wir verstehen das Kinderhaus Wilde 13 als einen Erlebnisraum, der das Familienleben ergänzt und den Kindern Geborgenheit und Anregungen bieten soll, die sie zu einer positiven, ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung benötigen. 

Kinderschutz und der Schutzauftrag

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf freie Entfaltung ihrer persönlichen Bedingungen, auf Erziehung und auf Förderung ihrer Entwicklung zu einer eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Pflege und Erziehung der Kinder und Jugendlichen sind das Recht und die Pflicht der Eltern. Die staatliche Gemeinschaft unterstützt die Eltern bei dieser Aufgabe. Sie fördert junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung und sie schützt Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl.

 

Die Sicherung des Rechtes von Kindern und Jugendlichen ist Aufgabe und Anliegen der gesamten Gesellschaft; hierbei kommt den Trägern von Einrichtungen und Diensten der Jugendhilfe, der Gesundheitshilfe und der Behindertenhilfe, sowie ihren Verbänden eine besondere Bedeutung zu. Angesichts der für viele Kinder und Jugendliche zunehmend erschwerten Entwicklungs- und Lebensbedingungen hat der Gesetzgeber im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetzes sowie im Kinderschutzgesetz des Landes Schleswig-Holstein ein besonderes Augenmerk auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen gelegt.

 

Auf Basis dieser Veränderungen der gesetzlichen Regelungen zum Kinderschutz bzw. zum Schutzauftrag bezüglich des Kindeswohls wendet die Einrichtung die fachlich und rechtlich gebotenen Verfahrensweisen gemäß der in Lübeck geltenden Trägervereinbarung zum Schutzauftrag Kindeswohl an und trägt Sorge dafür, innerhalb der Einrichtung, in besonderen Fällen auch darüber hinaus, gemeinsam mit anderen Trägern und dem öffentlichen Jugendhilfeträger– hier: Bereich Familienhilfen/Jugendamt der Hansestadt Lübeck – alle gesetzlich vorgeschriebenen und fachlich notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Kindern und deren Wohl zu ergreifen.

 

Im pädagogischen Alltag werden ob der Nähe und Intensität der Beziehungen zwischen Mitarbeiter/-innen und Kindern entwicklungspsychologische und soziale Merkmale im Verhalten deutlich. Dieses bedarf der Aufmerksamkeit der Mitarbeiter/-innen für Auffälligkeiten, um entsprechend handeln zu können.

 

Für eine Kontrolle und Überprüfung etwaiger Verhaltensbesonderheiten eines Kindes wurde im Kinderhaus Wilde 13 ein „Über-Kreuz-Verfahren“ eingeführt. Aus jeder Gruppe wurde eine Mitarbeiterin als zusätzliche Ansprechpartnerin für eine andere Gruppe gewählt. Somit können Beobachtungen der Gruppenmitarbeiter/-innen nochmals durch eine Kollegin, die außerhalb der Gruppe steht, „objektiviert“ werden. Zusätzlich hierzu wird immer die Leitung der Einrichtung hinzugezogen.

 

Im Einzelnen: für jedes Kind der Einrichtung wird ein Entwicklungsprofil erstellt. Etwaige Auffälligkeiten im Verhalten des Kindes, körperliche und seelische Besonderheiten, Abweichungen zum „Normalverhalten“ werden mit Datumsangaben und entsprechendem Text durch die Mitarbeiter/-innen der jeweiligen Gruppe festgehalten. Die Einrichtungsleitung wird hierüber unmittelbar in Kenntnis gesetzt. Anschließend werden im „Über-KreuzVerfahren“ mit der Leitung der Einrichtung die Angaben und das Kind „überprüft“. Für die Kinder stehen neben den Gruppenmitarbeiter/-innen zusätzlich immer eine gewählte Kollegin und die Einrichtungsleitung zur Verfügung. Die Kinder werden über die Möglichkeit sich auch an diese Personen zu wenden, immer wieder in den täglichen Gruppensitzungen informiert.

 

In der Einrichtung werden regelmäßige Fallbesprechungen über Kinder mit einem besonderen Förder- bzw. Schutzbedürfnis mindestens alle zwei Wochen durchgeführt. Gemeinsam werden mit den Eltern bzw. in Zusammenarbeit mit anderen Trägern, Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung betroffener Kinder und deren Familien geplant.

 

Hierzu werden die Mitarbeiter/-innen der Einrichtung durch insoweit erfahrene Fachkräfte des Trägers (Diplom-Psychologe, Diplom-Sozialpädagogen/-innen, Heilpädagogin) fachlich und persönlich begleitet. Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter/-innen der Einrichtung in Fragen des Kinderschutzes fördern die fachliche Kompetenz der Einzelnen im Umgang mit der Beurteilung der elementaren Bedürfnisse der in der Einrichtung betreuten Kinder und Jugendlichen und deren Verletzung; die Teilnahme an Netzwerken zum Kinderschutz schafft über die Einrichtung hinaus wirkende Unterstützungssysteme für betroffene Kinder und Jugendliche.

 

Über die Begleitung und Förderung besonders gefährdeter und unterstützungsbedürftiger Kinder und Jugendlicher hinaus beachtet der Träger (CVJM Lübeck e.V.) in der Auswahl seiner Mitarbeiter/- innen hinsichtlich deren persönlicher Eignung die geltenden gesetzlichen Regelungen zum Ausschluss der Beschäftigung von straffällig gewordenen Bewerber/-innen oder Mitarbeiter/- innen, die insbesondere wegen Gewalttätigkeit, sexuellem Missbrauch und anderen, für die Erziehung und Förderung der in der Einrichtung betreuten Kinder und Jugendlichen relevanten Straftatbeständen verurteilt worden sind. Der Träger der Einrichtung überprüft dieses durch die Forderung eines erweiterten, polizeilichen Führungszeugnisses, gemäß den Empfehlungen des Landesjugendamtes, bevor es zur Einstellung von Mitarbeiter/-innen kommt.

Kinder und Kompetenzen

Die Kinder sollen befähigt werden, in Gegenwart und Zukunft ihr Leben möglichst selbstständig in ihre eigenen Hände nehmen, sowie kompetent denken und handeln zu können. Gefühle und Gedanken sollen als Zusammenhang erlebt werden, um ganzheitlich als Mensch in zukünftigen, unterschiedlichen Situationen handlungsfähig und verantwortungsvoll agieren zu können. Hierzu bedarf es der schrittweisen und begleitenden Bildung von Selbstkompetenz (Ich-Kompetenz im Sinne Erik H. Erickson´s), der Sozial- und Sachkompetenz. 

 

Selbstkompetenz heißt u. a. Vertrauen in eigene Fähigkeiten zu gewinnen, Gefühlen Ausdruck zu verleihen und mit ihnen situationsbezogen umgehen zu lernen, Freude, Aktivität und Kreativität im Alltag als Grundmuster zu entwickeln, um selbstständig handeln zu können. Hierzu müssen emotionale Enttäuschungen im Zusammenleben mit anderen Menschen ausgehalten und verarbeitet werden.

 

Sozialkompetenz nimmt Bezug auf die Fähigkeit zum gemeinschaftlichen Leben, in dem Kinder auf unterschiedlichste Menschen und Bedingungen treffen. Sie sollen befähigt werden, sich zugewandt, freundschaftlich zu verhalten, aber auch Grenzen einzufordern. Hier bedarf es des eigenverantwortlichen Handelns und Reflektierens, der Beurteilung fremden und eigenen Verhaltens in der Gemeinschaft, positiver Erfahrungswerte durch Lob und Eröffnung von Möglichkeitsspielräumen durch Erwachsene und Kinder. Die Vorbildfunktion der Familie und des Fachpersonals stellen eine wichtige Voraussetzung dar. Ausbildung von Sensibilität, Teamarbeit, konstruktiver Konflikthandhabung sowie faire/soziale Konfliktlösungen sind für uns persönlichkeitsbildende Momente.

 

Sachkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, sich (größere/übergeordnete) Zusammenhänge erschließen zu können, in ihnen handlungsleitend und zuständig zu sein, sich Funktionen, Beschaffenheit und Reaktionen zu erschließen, um manuelles Können einzusetzen, entdeckend und gestaltend Dinge für sich und andere nutzbar zu machen.

 

Die drei Bereiche Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz lassen Kinder zu selbstständigen, selbstbestimmten Personen werden, die ihr Leben eigenverantwortlich innerhalb der Gemeinschaft gestalten. Darauf zielt unsere Arbeit.

 

Von besonderer Bedeutung ist es, mit den Kindern ganzheitlich zu arbeiten. Denken, Fühlen, Fantasie, Interessen, Intelligenz, Motorik, Kreativität, Sozialverhalten und Sprache sind Entwicklungs- und Fördermomente, die wir als Einheit sehen. Biologische, organische, soziale und psychische Funktionen stehen in Wechselbeziehung zueinander, sie beeinflussen sich gegenseitig und lassen kindliche Entwicklung nicht in einem starr vordefinierten Raum ablaufen. Pädagogisches Handeln mit den Kindern muss sich demzufolge sowohl auf Regelhaftigkeit, als auch auf situations- und individuumsbezogenes Handeln und Ausprobieren beziehen; sie sind unverzichtbare Erziehungsmomente, wenn es um die Arbeit und den Umgang mit Kindern in ihren je speziellen Entwicklungsdynamiken geht.

 

Kinder (und Erwachsene) lernen durch „Umwege“ (A. N. Leontjew), sie gehen nicht immer - nach unserem bzw. dem allgemeinen (Erwachsenen)Verständnis - den direkten, kurzen Weg. Wir wollen uns auf die Lern- und Erfahrungsprozesse der Kinder in ihrer je individuellen Geschwindigkeit einlassen. Dabei geht es nicht nur um das Lösen von Problemen, sondern auch um das Finden/Erkennen von neuen Fragen/Themen. Nicht nur das Produkt als Ergebnis steht im Vordergrund, sondern was Kinder während des Lernprozesses erleben, ausprobieren und entdecken. Projektarbeit und kindzentriertes Aufgreifen situativer Interessen bieten die Möglichkeit, auf Anregungen und Bedeutungszusammenhänge der Kinder einzugehen. Sie partizipieren somit an der inhaltlichen Ausgestaltung der Kita-Arbeit (diese Partizipation ist mittlerweile gesetzlich festgelegt).

 

Unsere Arbeit mit den Kindern ist geprägt durch ein weitgehendes Vertrauen in das positive Kind-Sein, die vorgegebene selbstständige Entwicklungs- und Lernfähigkeit eines jeden. Wir sehen in den Kindern eigenständige Persönlichkeiten, die vielfältige Erfahrungen, Gedanken, Gefühle, Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringen, für die Entwicklung und Lernwille eine menschliche Eigenart darstellt. Entwicklung, Lernen, Bildung und Erziehung betrachten wir als wechselseitigen Prozess, in dem allseitig beeinflusst wird – also, Erwachsene wie auch Kinder bilden, motivieren, erziehen sich gegenseitig. 

Wir über uns

Wir verstehen uns als „freundliche Begleiter“ (Jantzen 2001) aller Kinder auf ihrem Weg der Persönlichkeitsentwicklung. D. h., dass wir Kinder in ihrem natürlichen Wissendrang begleiten, nicht an ihnen, sondern mit ihnen arbeiten und lernen wollen. Kinder müssen ihre Erfahrungen mit Dingen, Menschen und der Welt machen, ohne im Vorwege von „scheinbaren Grenzen“ des Möglichen beeinflusst zu werden, ohne dass „erwachsene Lösungen“ die einzig richtigen sind. Sie sollen in ihren Vorgehensweisen bestärkt und ermutigt werden, sich selbst zu versuchen und zu vertrauen, eben ihre Identität in der Entwicklung mit anderen als soziale Wesen zu finden.

 

Wir schützen die Kinder vor „schmerzhaften Erfahrungen“, lassen sie aber in überschaubaren Situationen ihren selbst gewählten Weg gehen. Gemeinsam reflektieren wir ihr Handeln, loben und bestärken in erster Linie, setzen Grenzen, suchen mit ihnen nach alternativen Wegen.

 

Unsere Aufgabe besteht also in einer pädagogisch begleitenden, motivierenden und angebotsgebenden sowie -strukturierenden Rolle, die eine individuell orientierte Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht.

 

Kinder (und Erwachsene) sehen wir als eigenständige, unverwechselbare und je besondere Personen, die ernst genommen werden, die Stärken und Schwächen an sich und bei anderen akzeptieren lernen sollen und sich als maßgeblichen(r) Teil einer Gemeinschaft erfahren dürfen.

 

Arbeit wird von Menschen geleistet, unterschiedlich in ihrem Denken und Fühlen, in ihren Voraussetzungen, in ihrem Handeln und Sein. Diese Fülle von Unterschiedlichkeiten ist handlungsleitend für unser Zusammenwirken mit den Kindern während der Betreuungszeiten.

 

Eltern kennen diese Unterschiede sehr genau aus dem Lebensalltag mit ihren Kindern. Diese sind unabhängig aller Versuche gleichen Umgangs mit ihnen immer besonders, einzigartig, eigen in ihrem Wesen, zeigen sich eben als Individuen mit Neigungen, Wünschen und Interessen, mit Charaktereigenschaften und Gefühlen, Stärken und Unzulänglichkeiten. Sie stehen mit Wissensdurst und Enthusiasmus den Dingen gegenüber, die für sie von Bedeutung sind, bewegen sich in Phasen des Reifens und Werdens, die situativ hohe Bedeutung haben, in den langfristigen Lebensweg eingehen und dort z. T. wieder verblassen oder diesen nachhaltig prägen.

 

Für unser Grundverständnis bedeutet diese Sicht, dass wir die Wilde 13 mit unserer Arbeit und unserem Sein erzieherisch, professionell füllen wollen, Strukturen erhalten, ggf. verändern und neu aufbauen, dass wir jedes Kind durch gezielte Maßnahmen in seinem Werden stärken. Wir Mitarbeiter/-innen wollen einen Vertrauen schaffenden und Sicherheit gebenden Umgang mit allen Beteiligten initiieren und begreifen diesen Prozess als gegenseitige Bereicherung.

 

Kinder verfügen über ein hohes Maß an emotionalen und gefühlsmäßigen Fähigkeiten: emotional bezieht sich hier auf jede einzelne Situation, die neu bewertet und mit einer Einstellung/Haltung versehen wird; gefühlsmäßig bedeutet, auf grundlegende Sicherheit oder Unsicherheit im Umgang mit Neuem, anderen Menschen und Gegenständen gerichtet zu sein und sich entsprechend (angemessen) verhalten zu können (vgl. Jantzen 2002). Aus professionell pädagogischer Sicht bedeutet diese Annahme für unser Handeln, dass wir die Kinder insbesondere durch angemessenes Lob stärken und motivieren wollen. Klare, nachvollziehbare Regeln sind von struktureller Notwendigkeit und werden von uns verfolgt. Gerade dem Loben messen wir eine besondere Bedeutung zu. Es zeigt dem Kind unsere Wertschätzung seiner Individualität, sichert es in der eigenen emotionalen Bewertung durch andere Menschen zusätzlich und lässt den Mut zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Sinne HAVIGHURST´s wachsen, so dass ein positives Selbstwertgefühl entstehen kann.

 

Kindliche Entwicklungsmerkmale sind das Erleben, Denken, Fühlen und Handeln als wechselseitige Einheit. Hierin sollen die Kinder gestärkt, stabilisiert und gefördert werden. Sie sollen in ihrer Eigentätigkeit und Kreativität, der Anregung zum selbstständigen Handeln und in der Erweiterung ihrer Handlungskompetenzen und Kommunikations-fähigkeiten begleitet werden.

 

Bindung ist eine wichtige Voraussetzung für das Lernen und die Entwicklung eines Kindes. Nach dem Modell BOWLBY´s suchen Kinder immer dann die Nähe zur Mutter, zum Vater oder zu einer anderen wichtigen Bezugsperson, wenn sie unsicher sind oder sich unwohl fühlen. Wenn sie dagegen sicher sind und sich wohl fühlen, bewegen sie sich weg und erkunden ihre Umgebung. Beide Verhaltensweisen stehen im ständigen Wechsel, wobei die erwachsene Bezugsperson als "sichere Basis" genutzt wird. Man kann sich dies wie in der Abbildung dargestellt, ähnlich einer Wippe, vorstellen: fühlt sich das Kind sicher und vertraut, so steigt sein Explorationsverhalten an und das Bindungsverhalten sinkt. Fühlt es sich unsicher oder ängstlich, so steigt sein Bindungsverhalten, d. h. Nähe- und Kontaktsuchen an und das Explorationsverhalten lässt nach.

Abb.1 Voraussetzungen für Explorations- und Bindungsverhalten – ca. Ein- bis Zweijährige (vgl. Karen Zweyer 2004)

Bindung und positive Bestärkung sind wesentliche Momente in der Arbeit mit Kindern. Auch wenn die Bindungsformen mit zunehmenden Alter neue bzw. veränderte werden, sind Regelabläufe bis ins hohe Alter zu konstatieren; d. h., Lernen als lebensgeschichtliche Notwendigkeit folgt Gesetzmäßigkeiten wie auch „individueller Lerngewordenheit“ (Jantzen 2000).

 

Die Zeit, in der die Kinder im Kinderhaus ihre neue Welt kennen lernen ist eine erste große Bewährungsprobe für Eltern und Kinder. Die erste längerfristige Trennung, Erzieherinnen, die nun die gewohnte Rhythmisierung übernehmen und auch umstellen, neue Örtlichkeiten, Geräusche, Gerüche, andere Kinder, all das strömt nun auf die Kinder ein. Sie müssen in ihrem eigenen Tempo diese Veränderungen in ihr Leben aufnehmen, verarbeiten und sich zurechtfinden. Einige Kinder benötigen intensive Zuwendung, andere stürmen los und wollen „erleben und handeln“.

 

Die Erzieherinnen wissen um die oft sehr großen Unterschiede, können begleitend den Kindern zur Seite stehen und sie vor Über- und Unterforderungen schützen, so dass jedes Kind im Laufe der Kindergartenzeit seinen Weg finden wird. So genannte Rückschläge gibt es nach unserem Verständnis nicht, allenfalls der für Kinder gesunde Rückgriff auf bekannte Verhaltensweisen, wenn sie zu viel auf einmal wollen. Die Sicherheit von Vertrautem gibt die Kraft, einen erneuten Versuch in Richtung Veränderung zu wagen. Hierfür sind die pädagogischen Fachkräfte sensibilisiert, solche Lern(um)wege zu begleiten, Kinder zu motivieren und zu stärken.

 

Durch Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind wir bestrebt, die Entwicklung des pädagogischen Konzepts für das Kinderhaus Wilde 13 zu aktualisieren und zu fundieren. Das Mitarbeiter/-innen-Team besteht aus Fachkräften, die über Zusatzausbildungen in verschiedenen Bereichen verfügen und ihr Wissen und Können in die Arbeit einbringen. 

Das tägliche (Frei)Spiel – pädagogische Herleitungen

Insbesondere das Spiel von Kindern und Jugendlichen nahm in den vergangenen 30 Jahren eine zentrale Rolle in der wissenschaftlichen Erforschung ein. Unsere Herleitungen für eine positive, persönlichkeitsbildende Entwicklung durch das Spiel begründet sich u. a. auf Arbeiten zu den Erkenntnistheorien von G. Bateson, J. Piaget, R.L. Fetz, H. Maturana, F. Varela.

 

Unterschiedliche und vielseitige, freie Spielmöglichkeiten sind für Kinder bis ins Jugendalter lebenswichtig und entwicklungsnotwendig. Eine ökologische Betrachtungsweise von Spiel hat als Begründung dafür den inneren Zusammenhang der beiden Grundfunktionen von Spiel offengelegt: die Förderung der Lernfähigkeit und die Ermöglichung von Ich-Prozessen (vgl. Dieter Spanhel 2006).

 

Das tägliche Freispiel ist ein wesentlicher Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit und nimmt einen vorbestimmten Zeitraum im Tagesablauf ein. Für die pädagogischen Fachkräfte bietet es einen idealen Raum zur Beobachtung, für die Kinder einen selbstgebenden und -bestimmenden Raum. Nachfolgend einige Grundüberlegungen zum (Frei)Spiel:

1. Das Kind sucht nach den eigenen Bedürfnissen und Interessen den Spielpartner, das Spielmaterial und den Spielbereich (Selbstbestimmung). 2. Das Kind entwickelt sich in seiner Kreativität weiter.

3. Im Spielen wird es in seiner Konzentration geschult.

4. Das Kind kann Beziehungen aufbauen und sein Wissen austauschen.

5. Vorhandenes Wissen wird durch den Austausch mit anderen Kindern vertieft und gespiegelt.

6. Neues Wissen wird durch andere Kinder „kindgerecht und -entsprechend“ vermittelt.

7. Die Kinder erleben sich gegenseitig, stärken und beschützen sich, grenzen sich ab.

8. Das Kind lernt Regeln und erfährt die Grenzen im täglichen Miteinander; es müssen Kompromisse ausgehandelt und auf sie eingegangen werden (Demokratisierungsprozess).

9. Das Kind entwickelt gemeinschaftliche Spielideen und lernt sie anzunehmen und erlebt „Teamwork“.

10. Es schult sein Sozialverhalten im Umgang mit anderen, in dem es auf ein anderes Kind eingeht, sich darum kümmert und Hilfestellung gibt. 11. Vorstellungen und Ideen können phantasievoll umgesetzt werden.

12. Konflikte entstehen, werden ausgetragen und gelöst.

13. Umgang mit Muße und Nichtstun erleben und erlernen. Freispiel bietet die Selbstkontrolle zum Innehalten und Ausruhen.

14. Kinder müssen/sollten und dürfen! unserem Verständnis nach nicht durchgängig äußerlich erkennbar „beschäftigt“ sein.

15. Kinder lernen eigenverantwortliches Handeln durch frei gewähltes Spielen.

Daraus ergibt sich in letzter Konsequenz für alle pädagogisch Verantwortlichen in den unterschiedlichsten Erziehungsbereichen, in Familie und Schule, in Kindergärten und Jugendarbeit, in Hort und Heim, den Kindern möglichst viele und offene Gelegenheiten zum freien, fantasievollen, selbst gestalteten Spielen zu geben (vgl. Dieter Spanhel 2006). 

Mitsprache – Mitbestimmung - Demokratie

Gemäß der Kinderrechtskonvention vom 02. September 1990 wurden wesentliche Standards zum Schutz von Kindern weltweit festgelegt. „Die vier elementaren Grundsätze, auf denen die Konvention beruht, beinhalten das Überleben und die Entwicklung, die Nichtdiskriminierung, die Wahrung der Interessen der Kinder sowie deren Beteiligung (Wikipedia 2012, 10.05.2012).

 

In den jeweiligen Gruppen des Kinderhauses Wilde 13 finden die Kinder einen wiederkehrenden Tagesablauf vor. D. h., es werden schwerpunktmäßig Themen angeboten, die sowohl vorgegeben sind, als auch von den Kindern vorgeschlagen und durchgeführt werden. Hauptaufgabe der Mitarbeiter/-innen besteht hierbei, den Prozess der Themenfindung zu strukturieren und den Kindern die Möglichkeiten von Material und dessen Beschaffung aufzuzeigen. Die Kinder werden nach Notwendigkeit und Möglichkeiten des Hauses in den Einkauf und die Abrechnung mit einbezogen.

 

Die Mitsprache der Kinder und deren Beteiligung an Entscheidungsprozessen werden in den unterschiedlichsten Alltagssituationen durchgeführt. So erhaltenen die Kinder bei kleineren Prozessen immer die Möglichkeit, eigene und fremde Interessen abzuwägen und zu vergleichen. Die Entscheidungsfindung wird per Handzeichen und entsprechenden Argumenten durch die Mitarbeiter/- innen begleitet. Die sprachliche Auseinandersetzung um den Austausch von Argumenten wird somit gefördert und altersangemessen gefordert.

 

Das Ertragen der Nichtannahme eigener Interessen nach Abstimmung bleibt hier ein weiterer, entscheidender Faktor für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes: eigene Wünsche hintenan stellen und ertragen zu müssen, Argumente anderer nachzuvollziehen sowie die Übertragung gemachter Erfahrungen in die Zukunft wenden zu können, wie auch die Akzeptanz gegenüber dem Entscheidungsverfahren entwickeln zu müssen, stellen u.E. bedeutende soziale und psychische Lernschritte in der Entwicklung eines Menschen dar.

 

Um den Kindern eine angemessene Form der Meldung ihrer Unzufriedenheiten/Kritiken o.ä. zur Verfügung zu stellen, haben wir unterschiedliche Formen für die Meinungsäußerungen der Kinder eingeführt:

 

a. die Kinder werden in den Morgenkreisen zu ihren Stimmungen in Bezug auf die Kita intensiv befragt; die Mitarbeiter/-innen notieren Änderungswünsche der Kinder (für die Gruppe, für die Kita). Diese werden alle vier Wochen in der Dienstbesprechung nach Häufigkeiten und etwaigen Besonderheiten sortiert und auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft.

 

b. eine „Meine-Laune-Wand“ wurde in unserer Kita aufgestellt. Hier können die Kinder des Hauses mit Magneten aus unterschiedlichen Smileys ihre Stimmung über bzw. mit der Kita zum Ausdruck bringen. Die Ergebnisse werden dokumentiert und ebenfalls in der Dienstbesprechung thematisiert bzw. mit den beiden anderen Ergebnissen abgeglichen.

 

c. Für ältere Kinder, die sprachlich bereits entwickelter sind, steht eine feste Kollegin als Ansprechpartnerin zur Verfügung (alljährlich wird eine neue Kollegin durch das Team gewählt). Auch diese nimmt die Kinder in ihren Wünschen/Belangen ernst, dokumentiert die Gespräche entsprechend und legt sie dem Team dann zur Bearbeitung vor. 

Ableitungen

inhaltlichen Angeboten eine breite Vielfalt an Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder abdecken. Welches pädagogische Konzept liegt zugrunde: Montessori, Waldpädagogik, Waldorf-Pädagogik oder Situationsansatz (Armin Krenz). Es gibt mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlichster Ansätze – in Theorie und Praxis. Versuche, sich gegeneinander abzugrenzen scheinen vernünftig, begrenzen aber gleichzeitig das alltägliche Handeln im Zusammenwirken zwischen Kindern, Erzieher/-innen und Eltern.

 

Unser Ansatz ist durch eine ganzheitliche Sicht der Kinder in ihrer je individuellen Entwicklung gekennzeichnet. In den meisten pädagogischen Konzepten stecken viele, richtungweisende Überlegungen. Diese im Kinderhaus zu vereinen, sie zum Wohle des Kindes und seiner Entwicklung anzuwenden ist unser Ziel. Unser christliches Menschenbild ist handlungsleitend und wird durch pädagogisches Wissen um die Vielfältigkeit menschlichen Seins und Lernens ergänzt.

 

Insofern sind alle Teile des vorliegenden Konzeptes als unsere Denk-, Fühlen und Wissensgrundlage zu verstehen, mit denen wir eine Theorie der Erziehung durch Handeln beschreiben. Bildung bedarf u. E. eines besonderen Verständnisses; bedeutend ist die Selbstbildung und Selbstentwicklung des Kindes im Zusammensein mit anderen Kindern zu sehen, mit Erwachsenen, die begleitend – nicht leitend – an ihrer Seite zu stehen.

Die bildungspolitische Debatte und der hieraus erfolgten Wissenschaftsdebatte der vergangenen zehn Jahre zeigt, dass ein einheitliches Bildungsverständnis bis heute nicht bestimmt wurde; zu stark scheinen politisch motivierte Definitionen von Erziehung im Allgemeinen und Bildung im Besonderen geprägt. Auch hier würde eine aus Kindersicht orientierte Forschung und Wissenschaft vs. bestimmender Bildungsinhalte Erwachsener, sowohl das erwünschte Demokratieverständnis von Kindern fördern, als auch eine Wissensgesellschaft befördern. 

Für die Arbeit in der Kindertagesstätte Wilde 13 gilt daher vornehmlich, die Kinder in ihrer je unterschiedlichen Besonderheit des Entwickelns in den Fokus zu rücken, um hieraus einzelne Bildungsmomente durch das Kind „hindurchfließen“ zu lassen, sie in ihren Interessen und Stärken wahrzunehmen, unsere Angebote und unsere Begleitung auf ihre Bedarfe auszurichten! 

Kooperation

Zu den Herausforderungen der kommenden Jahre gehören die bundes- und landesweiten bildungspolitischen Aufgaben und Leitlinien für Kindertagesstätten und Schulen. Eine enge Zusammenarbeit mit der im Hochschulstadtteil gelegenen Paul-Klee-Schule (und anderen Schulen der Hansestadt) ist bereits heute initiiert und soll in den folgenden Jahren fortgeschrieben werden.

 

Dem Bildungsauftrag für Kindertagesstätten schließen wir uns an und orientieren unser pädagogisches Handeln am biblischen Menschenbild, das für die gesamte Arbeit des CVJM Lübeck bindenden Charakter hat. Das heißt zum einen, dass wir mit Sprachförder-, Bildungsmaßnahmen, Lehrerinnen und Lehrern an der (Früh-)Förderung der uns anvertrauten Kinder aktiv gestaltend mitwirken; darüber hinaus aber unser eigenständiges pädagogisches Profil für die Wilde 13 aufrechterhalten wollen und den Kindern einen Rahmen geben, der sie unabhängig von „wertvollen“ oder „unwichtigen“ Lernerfahrungen macht, der nicht ausschließlich eingebettet ist in eine Kategorie von erzieherisch Nützlichem. Kinder und Jugendliche brauchen gerade im Spiel, was wir als Vorstufe zur späteren erwachsenen Arbeitstätigkeit begreifen (vgl. hierzu Piaget 1982, 1993), Räume, die frei sind von beurteilungsfähigen Bestimmungen, die ebenso wie geleitetes Spielen eine Eigendynamik entfalten können.

Bildungsauftrag Vorschulische Sprachförderung

Im Kinderhaus Wilde 13 sind die Bildungsbereiche in den Kita-Alltag eingearbeitet. In den einzelnen Gruppen werden (wiederkehrend) Themen den Kindern vorgestellt bzw. von ihnen angeregt, die sie dann allein, in Gruppen oder begleitend durch eine Fachkraft durchführen. Hier werden alle Bildungsbereiche abgedeckt. 

In Projekten werden Themenschwerpunkte (z.B. Naturwissenschaft und Technik) in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Lübeck ausgearbeitet und anschließend mit den Kindern in Versuchen u. ä. durchgeführt. Vierteljährig werden diese Forscherprojekte durchgeführt. Dieses gilt für alle Kinder des Kinderhauses; die Krippenkinder werden ihren Fertigkeiten gemäß zu einfacheren Forschungen motiviert, für die Hortkinder gibt es entsprechend anspruchsvollere Experimente. Seit 2008 ist das Kinderhaus Wilde 13 offiziell „Haus der kleinen Forscher“ (Naturwissenschaften und Technik für Mädchen und Jungen), gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Im Hause wurde für die Kinder eine permanente Forscherecke eingerichtet. Hier können die Kinder – ihren Interessen gemäß – sich selbst ausprobieren, elektrische Geräte untersuchen, auseinandernehmen u. ä. m. – eben erforschen. Kleinere chemische Experimente können sie hier ebenfalls durchführen.  

Der Bereich Kunst und Musik wird fast täglich in der Einrichtung angeboten. Eine hauptamtliche Musiklehrerin ist bereits seit Jahren im Haus angestellt, bietet für alle Gruppen – bis auf die Hortkinder – wöchentlich eine Musikstunde an. Nicht nur musikalische Ausdrucksformen finden hier ihre Anwendungen, ebenfalls sprachliche und bewegungsorientierte Momente werden von der Musiklehrerin umgesetzt und im Unterricht eingesetzt. 

Für die Schulminis (Kinder, die ihr letztes Jahr in der Kita vor Einschulung verbringen) wird jeweils nach den Herbstferien ein gesondertes, zusätzliches Projekt angeboten. Dreimal pro Woche werden die Kinder in den unterschiedlichsten Bereichen der Musik/Kunst unterwiesen: Hören, Tanz, Singen, Volksliederkunde, Rhythmik, klassische Musik bis hin zum Schreiben, Einüben und Vorführen einer selbst erstellten Partitur.  

Daneben wird ein Vorschulunterricht (u.a. in Zusammenarbeit mit der nahegelegenen Paul-Klee-Schule) durchgeführt. Hier werden die Kinder auf die Schule vorbereitet. Dies heißt im Wesentlichen, dass sie motiviert werden sollen, die Schule zu besuchen. Vorschulische Sprachförderung, Verkehrserziehung, das Einüben sozialer und emotionaler Kompetenzen sind weitere Momente dieser Arbeit. 

Die vorschulische Sprachförderung ist in die alltägliche Arbeit mit den Kindern integriert. Der Spracherwerb ist eng mit den entsprechenden Wahrnehmungsprozessen verbunden. Die Schulung der Wahrnehmung über vielfältige körperliche und sinnliche Erfahrungen ist somit Voraussetzung für eine gelingende Sprachentwicklung der Kinder. Sprechen als komplexe, motorische und gehirnaktive Handlung, muss körperlich erfahrbar gemacht werden können. 

Sowohl für die professionell durchgeführte Vorschulische Sprachförderung, als auch die alltäglich angewandte Sprache galt es, Aspekte einer im Alltag der Kinder und Mitarbeiter/-innen gelingenden sprachlichen Kommunikation herauszustellen, so dass die vorschulische Sprachförderung nicht zum Sonderfall des Spracherwerbs wird. Dieses von Beginn des Kindergartenbesuches in der Krippe bis hin zum Hort. Hierdurch ergeben sich folgende Schwerpunkte in Theorie und Praxis:

  • die Grundhaltung der Kommunikationspartner muss der Dialog sein,
  • Mimik und Gestik sollen die Sprache der Kinder begleiten,
  • das (klang)sprachliche Vorbild Erwachsener ist federführend. Selbstreflektion und kollegialer Austausch dienen der eigenen Bewusstheit und veränderter Sprechweise,
  • aktives Zuhören, korrigiertes Nachsprechen und vor allem offen Fragen an die Kinder zu richten, bieten Sprachanlässe für einen wahren Dialog,
  • altersgerechtes und vor allem individuell orientiertes Sprechen fördern,
  • muttersprachliche Besonderheiten müssen dauerhaft berücksichtigt bleiben,
  • Vermeidung von Ähnlichkeitshemmungen,
  • Freude an der gesprochenen Sprache fördern durch Kindzentrierungen (Interessen des Kindes zum Sprechanlass nehmen,
  • das Vorlesen und Kinderreime werden angeboten/eingeübt 

Im Sinne einer „bewegungsorientierten Sprachförderung“ (Zimmer 2005) bemühen wir uns um vielfältige Bewegungs- und Sprachanlässe. Die Kinder werden zum Einsatz von Sprache, Bewegung, Stimme und Körper motiviert.

 

Die Anregung und Anleitung zu Bewegung und regelmäßigem Sport sind u.E. für eine umfassende Persönlichkeitsentwicklung zwingend. Die Abhängigkeit von Sprachentwicklung und Bewegung ist wissenschaftlich seit langem erforscht und bekannt.

 

Die nahegelegene Sporthalle wird von den Kindern genutzt, im Sommer bietet der angrenzende Carlebach-Park entsprechende Möglichkeiten. 

Schule und Kinderhaus Wilde 13 - Vorschule

In Abstimmung mit Lehrerinnen und Lehrern – insbesondere der Paul-KleeSchule – werden vorschulrelevante, vorbereitende, aber nicht vorgreifende Inhalte, mit den „Vorschulis/Schulminis“ erarbeitet.

 

Zum Vorschuli/Schulmini werden diejenigen Kinder, die ihr letztes Kita-Jahr absolvieren. Bis zum Beginn der Herbstferien werden durch die Mitarbeiter/- innen des Kinderhauses die sog. Schuleingangsprofile (SEP) erstellt. Diese Profile dienen vorrangig dazu, den Schulen einen ersten, differenzierten Überblick über die aufzunehmenden Schüler und Schülerinnen zu verschaffen, sind doch die Kinder zumeist seit Jahren in der Kita und den Erzieherinnen wohlbekannt. Hierdurch hat die jeweilige Schule u.a. die Möglichkeit, die Kinder bereits vorab „kennenzulernen“.

 

Die Einschätzung der Mitarbeiter/-innen der Kinder über ihre jeweiligen Fähigkeiten und Fertigkeiten wird schriftlich festgehalten und wenn notwendig, mit den Eltern besprochen. Klar ist, dass sich Kinder in unterschiedlichen sozialen Räumen auch entsprechend unterschiedlich geben bzw. verhalten können. Ebensolche, mögliche Diskrepanzen zwischen „Kita-Leben“ und „Alltags-Leben“, werden mit den Eltern im Vorwege besprochen. Das SEP wird den Eltern nachfolgend ausgehändigt; hiermit werden sie dann in der entsprechenden Schule vorstellig. Bei etwaigen Rückfragen seitens der Lehrer/- innen stehen die Mitarbeiter/-innen des Kinderhauses zur Verfügung.

 

Die Vorschule beginnt in der Regel nach den Herbstferien des jeweiligen Jahres, einmal wöchentlich für eine Schulstunde – solange es noch von der Raumnutzung her möglich ist – in der Schule. Hier bietet die sehr gute Infrastruktur im Stadtteil zahlreiche Möglichkeiten zur Nutzung: 

  • neue Räume und Ausstattung
  • Bewegungsraum - Turnhalle - „Oase“ - das Forum
  • der angrenzende Park
  • zahlreiche Spielplätze und Sportplätze
  • der Wald
  • wenige Belastungen durch Straßenverkehr

Folgende Dimensionen des kindlichen Entwicklungsstandes werden berücksichtigt (in Anlehnung an das Schuleingangsprofil), das im Herbst eines jeden Jahres von den Erzieherinnen erstellt und mit den Eltern besprochen wird; nachfolgend geht diese „Einschätzung über den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes an die jeweilige Schule):

  • Sprache und Sprechverhalten
  • Sozialverhalten und Emotionalität
  • Motorik und Bewegung
  • Wahrnehmung, Ausdauer und Denken
  • Lernverhalten, Spiel- und Beschäftigungsverhalten
  • Kompetenzen

Innerhalb des Vorschulunterrichtes werden alle o. g. Bereiche mit den Kindern erprobt und erarbeitet. Maßgeblich ist die Projektarbeit (ca. drei bis vier Projekte innerhalb der ca. neun verbleibenden Monate) als Lernmethode vorangestellt. Hier werden in erster Linie die Interessen der Kinder an bestimmten Inhalten ausgeleuchtet (Partizipation und Motivation), um nachfolgend entsprechende Projekte anzubieten. Diese Herangehensweise erhöht die Lust auf das Lernen der Kinder bedeutend. 

Parallel zu den genannten Dimensionen verfolgen wir Schwerpunktsetzungen in den Bereichen Bewegung, Sprache und Musik. Stichwörter sind hier:

  • Phonologische Bewusstheit
  • Rhythmisierung/Motorik (Schwungübungen)
  • Schreibtanz - Sismik/Seldak-Verfahren (Sprachstandserhebung)
  • Vorbereitendes Größen- und Zahlenbewusstsein
  • Vergleiche anstellen 16 - Psychomotorik - Bewegungserfahrungen
  • Miteinander musizieren (Rhythmus, Takt, Töne) u. v. m.

Wesentliches Ziel des Vorschulunterrichtes ist es, den Kindern eine positive Grundstimmung und -haltung im Hinblick auf ihre Schulzeit zu vermitteln, sie auf das Lernen gespannt werden zu lassen, die neuen Herausforderungen an sie mit spannenden und interessierenden Gefühlen – der Lust am Lernen – zu koppeln. 

Eine Zusammenarbeit in diesem Prozess von Erziehung und Bildung streben wir mit allen Personen an. Hierzu zählen u. a. Schulen, Beratungsstellen, „Sprachförderpersonal“, Ärzte/Ärztinnen und Psychologen/-innen, Ämter und Behörden, Lehrer/-innen – insbesondere aber die Eltern der Kinder. Eltern sind für uns die Fachleute für ihre Kinder, die die Besonderheiten ihrer Kinder besser als andere kennen, sie sind ihre soziale Basis und Kultur. Sie bilden die soziale Grundlage, sind die Vertrauten ihrer Kinder, die Rückzüge auf Bewährtes und Bewahrendes gewährleisten, wenn Über- oder Unterforderung, wenn Neues auf die Kinder einströmt. Wir, als Fachleute für Erziehung, wollen auf genau dieses Wissen der Eltern um ihre Kinder zurückgreifen und aufbauen können, soll ein ganzheitlicher, pädagogischer Entwicklungsprozess gelingen.

 

Eine weitere Zusammenarbeit besteht zwischen dem Kinderhaus und Schulkindbetreuung des CVJM Lübeck an der Paul-Klee-Schule. Die Mitarbeiter/-innen stehen in engem Austausch miteinander, unterstützen sich gegenseitig bei Vor- und Nachbereitungen, beim Mittagessen sowie bei der Betreuung der Kinder.

 

Kooperationen mit anderen Kindertagesstätten, Fachverbänden und dem Jugendamt der Hansestadt Lübeck gehören ebenfalls zur Arbeit des Kinderhauses, werden aufgebaut, gepflegt und ausgeweitet.  

Eltern-/Mitarbeiter/-innen-Vertretung

In Einzel- und Gruppengesprächen wollen wir mit den Eltern Erfahrungen austauschen, den Umgang mit den Kindern und deren individuelle Förderung positionieren. Die Elternabende (ca. dreimal jährlich) werden von den jeweiligen Gruppen anberaumt. Ziele sind der Austausch über Gruppenaktivitäten, Bazare, Feste (Sommerfest, Weihnachtsfest, Laternenumzug, Osterfest u. ä. m.), die Stimmung innerhalb der Gruppe sowie der direkte Kontakt der Eltern untereinander. Alle Eltern sind ausdrücklich aufgefordert, sich entsprechend ihren Möglichkeiten zu engagieren, an Aktivitäten und Treffen teilzunehmen, sich zu informieren und ihr Wissen zum Wohl der Kinder einzubringen.

Die Elternvertretung lädt einmal jährlich zwischen August und Oktober alle Eltern des Kinderhauses zur Vollversammlung ein. Hier werden durch den Beirat und die Elternvertretung für die gesamte Kita relevante Themen vorgestellt und diskutiert. Die gewählten Elternvertreter/-innen müssen in ihrem Amt jährlich bestätigt bzw. neu gewählt werden. 

Der Beirat trifft sich zweimal jährlich (bei Bedarf auch häufiger) und berät gemäß den gesetzlichen Vorgaben des KiTaG: 

a. die wirtschaftliche Situation,

b. die Aufstellung von Stellenplänen,

c. die Festsetzung der Öffnungszeiten,

d. die Festsetzung der Elternbeiträge und

e. die Festlegung des Aufnahmeverfahrens.

Der kontinuierliche Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten sollte angestrebt werden. 

Alle Partner sind aufgefordert, die Interessen der Kinder, Eltern und Erzieherinnen ernst zu nehmen, sie auf ihren Nutzen für die Einrichtung und Machbarkeit hin zu diskutieren und zu prüfen. Einzelne Interessen und Bedarfe sollten so weit wie möglich berücksichtigt werden, müssen aber in den Gesamtablauf integrierbar bleiben, um einer zu starken Entkoppelung vom geregelten Ablauf der Einrichtung entgegen wirken zu können.

Vorstellung und Antragstellung

Das eigene Kind in die Hände anderer Menschen zu geben, ist für Eltern wie auch für Kinder ein großer, neuer und manches Mal ungewohnter Schritt. Die Wahl des „richtigen“ Kindergartens ist eine schwierige Entscheidung, da meist Informationen über Erzieherinnen, andere Kinder und Eltern, interne Abläufe und Angebote fehlen. Dem versuchen wir durch eine gezielte Beratung vorab zu begegnen. Interessierte Eltern haben die Möglichkeit, in Gesprächen mit Erzieherinnen und der Leitung die neue Einrichtung kennenzulernen, sich ein Bild von der Arbeit mit den Kindern vor Ort zu machen, so dass ein Für und Wider leichter abgewogen werden kann.

Die Aufnahmekriterien sind vielfältig. Um ein Höchstmaß an gerechter Verteilung zu sichern, sind die nachstehenden Kriterien nicht gewichtet, sondern stehen gleichwertig nebeneinander (Beiratsbeschluss 2006). Anmeldedatum, Geschlecht, Alter, Geschwisterkinder, die bereits das Kinderhaus Wilde 13 besuchen und Notfälle sind zu berücksichtigende Merkmale.

Nach Antragstellung werden die Eltern über den Eingang informiert. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme geht den Eltern frühestmöglich (ca. drei bis sechs Monate vor Aufnahmebeginn) schriftlich zu. Bei Nichtaufnahme wird kein Bescheid erteilt, da dies einen hohen Verwaltungsaufwand bedeutet. Eltern, die keinen Platz mehr benötigen sind aufgefordert ihn rechtzeitig abzusagen.

Eltern und Kinder haben vorab die Möglichkeit, einmal in den Kindergartenalltag hereinzuschnuppern. Dies wird bei Bedarf im Gespräch vereinbart.

In der Vergangenheit konnten wir flexible Aufnahmezeiten anbieten. Aufnahmewunsch und tatsächlicher Beginn des Aufenthaltes wurden im Vorfeld geklärt (August, November, Februar und Mai). Diese Regelung ist seit August 2011 nun selten realisierbar, da das Kinderhaus zumeist voll belegt ist und somit nur zum Schuljahresbeginn entsprechend Plätze frei werden. Wir versuchen weiterhin besonderen Situationen mit flexiblen Handlungsstrategien im Sinnes der Eltern zu begegnen. 

Die Eingewöhnungszeit wird auf das jeweilige Kind bezogen abgesprochen. Hier gibt es keine Regel, da Kinder höchst unterschiedlich auf Neues reagieren, und wir bemüht sind, individuelle Lösungsschritte mit den Eltern gemeinsam vorzustrukturieren, um den Einstieg möglichst sanft und angenehm zu gestalten. Etwaigen Wünschen, in eine bestimmte Gruppe zu kommen, stehen wir offen gegenüber und versuchen dies möglich zu machen – eine Verpflichtung der Einrichtung kann hieraus jedoch nicht abgeleitet werden. 

Jede Gruppe in der Kindertagesstätte hat einen eigenen Namen.

 

„Seesterne“

„Smutje"

„Schatzinsel“

„Wikingerdorf“

„Seeräuberhöhle“

„Piratennest“

ein wilder Haufen eben. 

Die Gruppen sind z.T. alters- und geschlechtsgemischt zusammengesetzt, was den Kindern in ihrem sozialen und psychischen Werden zugutekommt. Von anderen lernen, mit anderen Kindern unterschiedlichen Alters zu spielen, bedeutet Lernen am Modell, sich selbst zurückzunehmen, Durchsetzungsvermögen zu erproben, auf jüngere Kinder Rücksicht zu nehmen und sich abgrenzen zu können.

Für die einzelnen Gruppen wurden Wochenpläne erstellt. Turnen, Themen- /Projektarbeit, Spielzeugtag, biblische Geschichten, Ausflugstage, Obst- und Gemüsetage, Malen, Musik und Basteln sind einige Angebote aus dem KitaAlltag. Diese ähneln sich in ihren inhaltlichen Vorgaben, so dass auch hier für alle Kinder des Kinderhauses Kontinuität und Wiedererkennung gesichert sind. Änderungen bei Geburtstagen, Projekten, Ausflügen, Festtagen o. ä. sind für uns selbstverständlich und geben den Kindern Möglichkeiten, im freien Miteinander aktiv gestaltend zu spielen. 

Für alle Kinder der Wilden 13 besteht ein wesentlicher, inhaltlicher Rahmen im bewussten Wahrnehmen und Erleben der vier Jahreszeiten. Hier sollen die Kinder Besonderheiten und Regelmäßigkeiten im Ablauf eines Jahres kennen und schätzen lernen. Projekte, die die einzelnen Jahreszeiten zum Gegenstand haben, werden von den Erzieherinnen vorbereitet und angeleitet. Seit 2007 wird jede Gruppe für ein paar Tage innerhalb einer Jahreszeit, in den Wald bzw. die angrenzende Natur gehen. Hierdurch sollen die Kinder einen direkten Bezug zu „ihrer Erde“ bekommen. Es sollen Wahrnehmungssysteme angesprochen und gefördert werden, der direkte, konkrete Umgang und das Leben mit der Umwelt erlebt und erprobt werden.

ADMINISTRATION

Öffnungs- und Schließungszeiten

Montag - Donnerstag 07:00 - 17:00 Uhr
 Freitag 07:00 - 16:00 Uhr

Das Kinderhaus Wilde 13 ist zu folgenden Zeiten, innerhalb der Schulferien in Schleswig-Holstein geschlossen,

bzw. mit Ferien(not)gruppen besetzt:

In den Sommerferien  2 Wochen. Ferien Die mittleren beiden Wochen der Schulferien in Schleswig-Holstein
In den Weihnachtsferien   vom ca. 22.12. – 31.12. (je nach Beiratsbeschluss)

Die genauen Schließungszeiten werden jeweils zum November eines jeden Jahres durch Aushang bekannt gegeben, so dass den Eltern eine langfristige Jahresurlaubsplanung möglich ist. Abweichend von den festgelegten Schließungszeiten sind einzelne freie Tage (sogenannte Brückentage/bewegliche Ferientage) möglich und werden ebenfalls publik gemacht. An gesetzlich vorgeschriebenen Feiertagen in SchleswigHolstein bleibt das Kinderhaus geschlossen. Derzeit wird die Einrichtung pro Kalenderjahr und Kind für 20 Tage geschlossen.

Die Schließungszeiten sind für Kinder und die Abgeltung der gesetzlichen Urlaubsansprüche der Mitarbeiter/-innen, Überstundenabbau, für Fort- und Weiterbildungen, Dienstbesprechungen, Elternabende u. ä. m. notwendig. 

Für die Ganzjahresplanung ist es notwendig, der Einrichtung die Abwesenheitstage der Kinder in den Ferienzeiten sowie im Regelbetrieb mitzuteilen, so dass die Einrichtung frühzeitig kostenbewusst den Gesamtablauf in der Kita planen kann. 

Betreuungszeiten und Kosten

Die Zeit, in der die Kinder im Kinderhaus ihre neue Welt kennen lernen ist eine erste große Bewährungsprobe für Eltern und Kinder. Die erste längerfristige Trennung, Erzieher/-innen, die nun die gewohnte Rhythmisierung übernehmen und auch umstellen, neue Örtlichkeiten, Geräusche, Gerüche, andere Kinder, all das strömt nun auf die neuen Kinder ein. Sie müssen in ihrem eigenen Tempo diese Veränderungen in ihr Leben aufnehmen, verarbeiten und sich zurechtfinden. Einige Kinder benötigen intensive Zuwendung, andere stürmen los und wollen „erleben und handeln“.

Die Erzieher/-innen wissen um die oft sehr großen Unterschiede, können begleitend den Kindern zur Seite stehen und sie vor Über- und Unterforderungen schützen, so dass jedes Kind im Laufe der Kindergartenzeit seinen Weg finden wird. Sogenannte Rückschläge gibt es nach unserem Verständnis nicht, allenfalls der für Kinder gesunde Rückgriff auf bekannte Verhaltensweisen, wenn sie zu viel auf einmal wollten oder erlebt hatten. Sicherheit von Vertrautem gibt die Kraft, einen erneuten Versuch in Richtung Veränderung zu wagen. Hierfür sind die pädagogischen Fachkräfte sensibilisiert, solche Lern(um)wege zu begleiten, Kinder zu motivieren und zu stärken. 

Betreuungsform [Krippe/U3 (1-3 J.) / Elementar/Ü3 (ab 3 J.)  U3 : 216/288/324 € Ü3 : 113/169/226/254/280 €
Betreuungszeit (Std/Tag) 08.00 – 12.00/-14.00/-16.00/-17.00 h  Std.: 6 / 8 / 9  Std.: 4 / 6 / 8 / 9 / 10
Frühdienst (durchgängig ab 07.00 Uhr, X = ja. nicht tageweise!)           - /  /             /  /  /  / 

Betreuungsentgelte ab 08/2020


Nach Absprache mit der Leitung kann eine Betreuungszeit bis max. 10 Stunden (nur für Ü-3 Kinder) gebucht werden. Die Kostenbeiträge werden jeweils zum 05. eines Monats für den laufenden Monat per Lastschriftverfahren eingezogen. Änderungen der gebuchten Betreuungszeiten sind nur in Ausnahmefällen möglich und bedürfen der Schriftform und Zustimmung durch die Leitung (Mindestvorlauf: 1 Monat). 

Ein unterschriebener Betreuungsvertrag ist rechtskräftig. Er kann innerhalb von zwei Wochen nach Unterschrift ohne Angabe von Gründen beiderseitig aufgelöst werden. Wird ein unterschriebener Vertrag durch die Personensorgeberechtigten nach 2 Wochen bis 8 Wochen gekündigt entstehen 120,00 €, nach 8 bis 14 Wochen 200,00 € und nach 14 bis 36 Wochen 260,00 € Verwaltungskosten. Einen Vertrag nach 36 Wochen zu kündigen, zieht Verwaltungskosten i. H. v. einmalig 400,00 € nach sich, die innerhalb von einem Monat nach Kündigung an den Träger (CVJM Lübeck e. V.) zu zahlen sind. 

Ab fünf zusammenhängenden, entschuldigten Fehltagen wird auf Antrag das Essensgeld für die nicht eingenommenen Mahlzeiten mit € 2,40 pro Mahlzeit erstattet (nur zum Kita-Jahresende). 

Das Getränkegeld steht der Gruppe vornehmlich für Getränke, dann erst für Geburtstagsgeschenke, Ausflüge o. ä. zu. Bei besonderen Aktivitäten werden die Eltern rechtzeitig durch die Gruppenleiterinnen zu einmaligen „Sonderleistungen“ gebeten.

Um für die Kinder eine Rhythmisierung zu gewährleisten und die Sicherheit beim Bringen und Abholen zu optimieren, bitten wir dafür Sorge zu tragen, dass alle Kinder gemäß ihres Betreuungsvertrages in die Kita gebracht bzw. abgeholt werden.

Urlaubs-/Krankheitstage der Kinder bitten wir rechtzeitig den jeweiligen Gruppenerzieherinnen mitzuteilen. Es ist selbstverständlich, dass nur gesunde Kinder ins Kinderhaus gebracht werden. Die Ansteckungsgefahren haben sich in den letzten Jahren gehäuft gezeigt, so dass es vermehrt zu vielen kranken Kindern kam. Medikamentengaben sind den Mitarbeiter/-innen gesetzlich strengstens untersagt. 

Änderungen über Familienstand, Finanzen, Abholberechtigungen, Anschrift und alle für die Kita und die Betreuung notwendigen Informationen müssen die Personensorgeberechtigten unmittelbar der KitaLeitung mitteilen. 

Änderungen der gebuchten Betreuungszeiten bedürfen der Schriftform sowie der Zustimmung durch die Leitung der Kindertagesstätte.

Änderungen/Kündigungen der Betreuungsverträge

A Kündigung durch Personensorgeberechtigte

  • a. Die Kündigung bedarf der Schriftform.
  • b. Die Kündigung des Kindertagesstättenplatzes ist ausschließlich zum 31.07. eines Jahres möglich. Die Kündigung erfolgt durch den/die Personensorgeberechtigten bis spätestens 30.04. des jeweiligen Jahres.
  • c. Ausnahmen c.1 Bei nachgewiesenem Umzug des/der Personensorgeberechtigten ist eine Kündigung zum 10. des Monatsendes zulässig.
  • c.2 Während der dreimonatigen Probezeit ist eine Kündigung des/der Personen-sorgeberechtigten zum 10. eines jeden Monats zulässig.
  • c.3 Bei besonderer Härte oder in besonderen Ausnahmefällen kann einer Kündigung durch die Leitung der Einrichtung – entgegen Punkt A.b. – auf Antrag und nach Prüfung der Sachlage entsprochen werden. Dies bezieht sich ausdrücklich auf den Ausnahmefall und stellt keine Verpflichtung der Einrichtung dar. 

B Kündigung durch die Einrichtung

 

  • a. Die Kündigung des Betreuungsvertrages durch die Einrichtung ist zum 10. eines jeden Monats zum Monatsende möglich, wenn ein erhöhter Betreuungsaufwand für ein Kind mit „besonderen 22 Verhaltensweisen“, die den normalen Zeitaufwand für das Personal übersteigt, notwendig wird. „Besondere Verhaltensweisen“ sind hier u. a. unangemessenes Verhalten Personen oder Sachen gegenüber, aggressive und körperliche Übergriffe gegen sich oder andere, psychische und körperliche Beeinträchtigungen, die durch das Personal nicht aufgefangen werden können.
  • b. Nach zweimaliger Nichtzahlung des Betreuungsentgelts ist die Einrichtung zur fristlosen Kündigung berechtigt.
  • c. Bei nicht eingehaltener Ratenzahlungsvereinbarung des Betreuungsentgelts ist die Einrichtung zur fristlosen Kündigung berechtigt.
  • d. Bei unentschuldigtem 12-fachem Fehlen eines Kindes innerhalb von 30 Betreuungstagen ist die Einrichtung zur fristlosen Kündigung berechtigt.
  • e. Bei Kindeswohlgefährdung
  • f. Bei fehlender, aktiver Mitwirkung der Personensorgeberechtigten nach Aufforderung durch die Mitarbeiter/-innen der Kita.
  • g. Bei grobem Verstoß gegen die Hausordnung.
  • h. Die unter B. a-d genannten Punkte befreien ausdrücklich nicht von der Zahlung ausstehender Entgelte. 

Das Kinderhaus Wilde 13 ist gesetzlich verpflichtet, jede Form einer Kindeswohlgefährdung unverzüglich der entsprechenden Behörde (Jugendamt/Polizei/Staatsanwaltschaft) zu melden. Bei durch Behörden erwiesener Kindeswohlgefährdung behält sich die Einrichtung eine Kündigung des Betreuungsvertrages innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntwerden vor.

Mit unterzeichneter Vertragsvereinbarung (Betreuungsvertrag) durch den/die Personensorge-berechtigten und dem Träger der Kindertagesstätte anerkennen beide Parteien, die im Konzept festgelegten Inhalte und Verpflichtungen. 

Das Hausrecht der Einrichtung anerkennen die Personensorgeberechtigten durch Unterschrift des Betreuungsvertrages ausdrücklich an (wichtig bei Krankheiten, Kindeswohlgefährdung, Bring- und Abholsituationen).

Dieses Konzept und alle darin enthaltende Punkte lösen bestehende, diesem widersprechende Vereinbarungen (mündlich und/oder schriftlich) zum 31.07.2020 ab. Sie verlieren ihre Gültigkeit, müssen ggf. mit der Leitung des Kinderhauses Wilde 13 neu verhandelt bzw. abgesprochen werden. 

Regelungen für den Besuch des Kindergartens

(1) Der regelmäßige Besuch der Einrichtung ist für eine kontinuierliche Förderung des Kindes erforderlich. Kann das Kind den Kindergarten nicht besuchen, haben die Erziehungsberechtigten dies der Leitung oder Gruppenleitung bitte unverzüglich mitzuteilen.

(2) Kann ein Kind aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt am Kindergartenalltag teilnehmen, hat die Kindergartenleitung das Recht, eine ärztliche Bescheinigung zu verlangen, ob das Kind kindergartenfähig ist.

(3) Die Aufsichtspflicht obliegt kraft Gesetzes (§ 1631 BGB) den Personensorgeberechtigten, in der Regel den Erziehungsberechtigten. Für die Dauer des Besuches der Einrichtung wird die Aufsichtspflicht auf den Einrichtungsträger übertragen. Der Träger bedient sich bei der Erfüllung seiner Verpflichtung pädagogisch ausgebildeter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

(4) Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen das Kind in den Räumen des Kindergartens bzw. am Treffpunkt außerhalb und übergeben es am Ende der Öffnungszeiten wieder in die Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten.

(5) Für den Weg zum Kindergarten sowie für den Nachhauseweg sind allein die Erziehungsberechtigten aufsichtspflichtig. Die Erziehungsberechtigten sind verpflichtet, für die Abholung Sorge zu tragen. Wird dies abgelehnt, kann die Kündigung des Betreuungsverhältnisses durch den Träger des Kindergartens erfolgen.

(6) Mit der Einrichtung ist schriftlich zu vereinbaren, von welcher Person das Kind abgeholt wird und ob bestimmte Personen als Begleitpersonen ausgeschlossen sind.

(7) Zur Teilnahme an Ausflügen und Reisen ist die schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten nach Absprache erforderlich.

(8) Näheres wird in Absprache mit dem Kindergarten bzw. den Mitarbeitern/-innen geregelt.

Stand 16.06.2020

Änderungen vorbehalten 

Alle, nicht ausdrücklich benannten Punkte, werden im Bedarfsfall vom Träger, dem CVJM Lübeck e.V. bzw. von der Leitung des Kinderhauses entschieden und verkündet.

Krippenkonzept

Die Kinder und wir

Das Kind steht als Gesamtpersönlichkeit mit seiner Einzigartigkeit im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Grundlage bildet hier das Verständnis vom Menschen, der in der Ganzheitlichkeit seines Seins mit unterschiedlichen Neigungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten unter konkreten gesellschaftlichen Bedingungen sich gleich, ähnlich und individuell im Verhältnis zu seinen Mitmenschen entwickelt.

Wir sehen das Kind als ein eigenständiges, aktives Wesen. Es will versorgt werden und hat ein Grundbedürfnis nach Bindung und emotionaler Nähe. Auf dieser Basis ist es neugierig und setzt sich aktiv auf ganzheitlicher Ebene mit sich und seiner Umwelt auseinander. Es will neue Erfahrungen sammeln und will lernen. Die Grundsteine für eine gelingende Entwicklung werden in den ersten zwei Lebensjahren gelegt. In dieser Zeit werden die neuronalen Vernetzungen für emotionale, sensomotorische und sprachliche Kompetenzen und damit für eine förderliche weitere Entwicklung angelegt. Diese gebildeten Strukturen bestimmen über die Funktionsfähigkeit des Gehirns im späteren Leben. 

Die Kinder werden bei der Entfaltung ihrer Ressourcen unterstützt mit dem Ziel, dass sie zu selbstbewussten, stabilen, lernfähigen und beziehungsfähigen Persönlichkeiten heranwachsen können. Fröhlichkeit und ein unbeschwerter Umgang mit sich und dem Gegenüber sollen den Weg als motivierenden Prozess zum Neuen bilden.

Unsere Aufgabe besteht also in einer pädagogisch begleitenden, motivierenden und angebotsgebenden sowie strukturierenden Rolle, die eine individuell orientierte Persönlichkeitsentwicklung innerhalb der Gemeinschaft ermöglicht. Wir verstehen das Kinderhaus „Wilde13“ als einen Erlebnisraum, der das Familienleben ergänzt und den Kindern Geborgenheit und Anregungen bieten soll, die sie zu einer positiven, ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung brauchen. Das christliche Menschenbild des CVJM sowie der gesetzliche Auftrag i. S. d. SGB VIII sind für uns handlungsleitend und -weisend. 

Der Beginn

Mit dem Beginn des Krabbelns entsteht die Unsicherheit und Furcht vor neuen Ereignissen und fremden Personen. Damit sind nicht z.B. bekannte Nachbarn, Freunde oder Großeltern gemeint, sondern das völlig Fremde und „Unbekannte“. Die Bindung zu den vertrauten Personen ist bereits entstanden. Von nun an braucht das Kleinkind die Bindungsperson als Zentrum seiner Erfahrungswelt, sowohl als Informanten und Ausgangspunkt für seine Explorationen als auch als Sicherheitsbasis und Fluchtpunkt im Moment, in dem es sich fürchtet, sich unwohl fühlt. Die beiden Grundmotive eines jungen Kindes, der Wunsch, die Umgebung und soziale Partner zu erkunden und der Wunsch nach Schutz, Beruhigung und Entspannung werden in seinen Bewegungen bezüglich der Bindungsperson deutlich. Oft kann man beobachten, dass sich auch explorationsfreudige Kleinkinder (Ende des 1. Lebensjahres) periodisch nach der Bindungsperson umsehen, um zu wissen, wohin sie sich zurückziehen können, um wieder Sicherheit herstellen zu können.

 

Während der vielen täglichen Interaktionen mit seinen Bindungspersonen, meistens der Mutter und dem Vater, lernt das Kleinkind, wie es sich verhält, welche Laute und Gesten es machen muss, um z.B. Hilfe, Nahrung und Körperkontakt zu erhalten. Aber auch der scheinbar zweckfreie kommunikative Austausch wie z.B. Kitzelspiele, Versteckspiele, Jagdspiele und Singsang sind für das Kind eine große Freude. Diese Interaktionen geben dem Kind das Gefühl verstanden zu werden, dass für es gesorgt wird, es den Eltern wichtig ist, geliebt und angenommen wird! Bei Angst und Anspannung flüchtet das Kind zu einer Bindungsperson und sucht dort Beruhigung und Entspannung. Es verlässt die Bindungsperson, wenn es neugierig und wohlgelaunt seine Umgebung untersuchen möchte. 

 

Bei abrupter oder gar unbemerkter Entfernung der Bindungsperson stellen sich Trennungsangst und damit verbundene physiologische Stressreaktionen ein, die nur von Bindungspersonen und nicht von anderen freundlichen Personen aufgehoben werden können. Es fehlt das Vertrauen – die Sicherheitsbasis. 

 

Mit einem Kind freundlich umzugehen reicht nicht aus. Damit sich das Kind wohl und geborgen fühlt, müssen wir ihm, die es in der Zeit betreuen, vertraut sein. Eine Vertrauensbeziehung aufzubauen und zu erhalten, braucht Zeit [...]. Je jünger ein Kind ist, desto mehr Zeit benötigt es, um Bindungen einzugehen“ (Remo Largo 2000). 

 

Im 3. Lebensjahr (Fortschritt in Richtung Autonomie) bekommt das Bindungsverhalten langsam eine weniger zentrale, jedoch nicht unbedeutende Rolle. Die Bindungsformen verändern sich mit zunehmendem Alter. Aber auch in diesem Alter gibt es Abweichungen, und wir stellen immer individuell für jedes Kind fest, was es für seine Sicherheitsgewinnung braucht.

 

Im Krippenalter bekommt die Eingewöhnungsphase einen gesondert hohen Stellenwert, damit sich nach diesem behutsamen Prozess auch die „Jüngsten“ bei uns wohl fühlen und in ihrer gesamten Persönlichkeit entfalten können.

 

Wir möchten den Kindern einen sanften Übergang in das noch „Unbekannte“ ermöglichen, dass sie es als allmähliche Veränderung erleben, um sich aktiv und neugierig mit der neuen Situation auseinandersetzen zu können. 

 

Wir lassen eine Brücke zwischen der alten und neuen Situation entstehen.

 

 

Diese ist gekennzeichnet durch:

Verlässlichkeit

Rituale

Langsamkeit

Begleitung

Hierzu ist die unverzichtbare Beteiligung eines Elternteils beim Eingewöhnungsprozess notwendig. Es reicht die Anwesenheit im Hintergrund des Geschehens. Die Eltern sind die Hauptbindungspersonen des Kindes und stellen für das Kind eine „sichere Basis“ (Ainsworth) in fremder Umgebung dar. Somit kann es jederzeit sein Bindungsverhalten aktivieren und fühlt sich sicher. Durch diese Sicherheit kann es anfangen, sich anderen Dingen und Personen gegenüber zu öffnen. Unsere Aufgabe ist es, in dieser Zeit mit Feinfühligkeit eine liebevolle, vertrauensvolle und bindungsähnliche Beziehung zu dem Kind aufzubauen, so dass in der Abwesenheit der Eltern während der Betreuungszeit die „sichere Basis“ vorhanden ist.

 

Wir sprechen in diesem Punkt bewusst nicht von einer Bezugsperson, da es die Zuständigkeit eines Kindes beinhaltet und organisierbar ist. Bindung dagegen ist nicht organisierbar, sie entwickelt sich, ist unsichtbar und verläuft intrapsychisch. Bindung braucht das, was unter heutigen, gesellschaftlichen Bedingungen ein hohes Gut ist: Zeit. Dieses Gut gilt insbesondere für (Klein)Kinder zu erhalten. Nicht als wertschaffend, sondern als „Werte schaffend“.

 

 

Die Dauer der Eingewöhnungsphase ist kindabhängig. Wir gestalten diesen Prozess bedürfnis- und situationsorientiert, jedoch sollte/darf kein Trennungsversuch von den Eltern in den ersten vier Tagen stattfinden. Danach kann er schrittweise ausgedehnt werden. Aus unseren Erfahrungen wissen wir, dass die meisten Kinder den Abschied der Eltern – trotz der gut geplanten Eingewöhnungsphase – zunächst einmal mit Protest und Weinen beantworten. Dieses Verhalten ist für uns aus Sicht des Kindes verständlich und keineswegs beunruhigend. Entscheidender ist in diesem Moment vielmehr, dass es sich gut und nachhaltig von der betreuenden Fachkraft trösten lässt und durch sein Verhalten deutlich macht, dass es Zutrauen gefasst hat, denn dann ist für das Kind die nötige neue Sicherheit für die Zeit gegeben, in der die Eltern abwesend sind. Die Voraussetzung für ein entspanntes, lustvolles Spielen ist gegeben (vgl. hierzu „Die Eingewöhnungsphase“). 

Übergangsobjekte

Als Übergangsobjekte werden Teddybären, Plüschtiere, Tücher, Puppen und vieles andere bezeichnet, die für ein Kind eine große Bedeutung besitzen. Sie werden in der frühen Kindheit etwa bis zum Alter von zwei Jahren von einer Einheit Eltern/Kind besetzt. Dieses Bild und diese Verbindung verinnerlicht das Kind. Bei vorübergehenden Trennungen oder in Ablösungsphasen steht die wichtigste Bezugsperson symbolhaft und greifbar jederzeit als Trost, Zuflucht oder Ermunterung zur Verfügung.

 

Mit der Zeit besetzen die Kinder ihre Plüschtiere anders, sie sind dann Vertraute, Freunde, Spielkameraden, geduldige Zuhörer oder stille Tröster. Sie können Geborgenheit an fremden Orten oder im Bett vermitteln und sie sind immer da. Übergangsobjekte ermöglichen, überbrücken und erleichtern dem Kind auch den notwendigen Entwicklungsschritt der Separation. Die auffällige, emotionale Bindung eines Kindes an ein Übergangsobjekt ist für das Kind bedeutsam und muss durch Erwachsene ernst genommen werden. Wir Mitarbeiter/innen nehmen sie ernst und gerne als ständige Begleiter der Kinder mit bei uns auf.

 

 

Denn: Plüschtiere sind für Kinder nicht nur ein Stück Stoff: sie sind beseelt...

Elternarbeit

Auch die Eltern sollen sich bei uns natürlich richtig wohl fühlen!

 

Hierzu ist es uns wichtig, eine Transparenz unserer Arbeit zu schaffen und in einem regelmäßigen Austausch mit den Eltern zu stehen. Das beginnt schon mit der intensiveren Eingewöhnungsphase. Häufig ist es so, je kleiner die Kinder, desto stärker sind die Ängste der Eltern. Aus unserer Sicht verständlich, denn schließlich handelt es sich hier um Kinder, die aufgrund ihrer noch nicht so umfassend entwickelten verbalen Kompetenz darauf angewiesen sind, dass jemand seine „Sprache“ versteht, auf seine Signale schnell und angemessen reagiert.

 

Wir treten den Eltern zugewandt und jederzeit ansprechbereit (Tür- und Angelgespräche) entgegen und wollen eine vertrauensvolle Basis schaffen, damit sie ihre Kinder mit gutem Gefühl loslassen können und beruhigt während der Betreuungszeiten in die Obhut der „Wilden 13“ geben können. Nur dann kann sich auch das Kind bei uns wohl fühlen. Kleinkinder verstehen vor allem Gefühlssprache, d.h. sie sind von unterschwellig geäußerten Gefühlen abhängiger als von verbalen Erklärungen oder dem pädagogischen Handeln. Gefühle sind die Sprache des Kleinkindes, die es äußert und versteht. 

 

Wir möchten mit den Eltern partnerschaftlich zusammenarbeiten und kooperieren. Das Kind ist die sensibelste Stelle der Familie. Wir treten niemals in Konkurrenz mit den Eltern. Die Eltern sind und bleiben immer die wichtigsten Bezugspersonen und sind die Experten der Kinder. Unser Ziel ist es, während der Abwesenheit der Eltern eine verlässliche Bezugsperson zweiter Ordnung darzustellen und eine Unterstützung für die Eltern-Kind-Bindung zu sein. 

 

Früher gab es für die Kindererziehung die Unterstützung des „Ganzen Hauses“ (Brunner und Trotha). Heute übernehmen die Krippen und Kitas und andere soziale Netzwerke die Funktion dieses Stützsystems. Wir sehen uns als einen Teil des „alten Dorfes“ ganz nach dem afrikanischen Sprichwort: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ 

 

 

Elterngespräche/Entwicklungsgespräche werden halbjährlich bzw. nach Bedarf geplant. Elternabende finden prinzipiell zwei Mal jährlich statt.

Räumlichkeiten und Raumkonzeption

Jede der beiden Krippen verfügt über einen Gruppenraum mit einem angrenzenden Multifunktionsraum, der als Kuschelraum, für Bewegung, zum Vorlesen, für Rückzugsmöglichkeiten, zum Höhlen bauen etc. genutzt wird. Ebenfalls grenzt an den Gruppenraum der Sanitärbereich, der mit einem separaten Wickelbereich ausgestattet ist. Der eigene Materialraum bietet Möglichkeiten, verschiedene Materialien, die nicht zur Selbstbedienung geeignet sind, aufzubewahren.

 

Der Gruppenraum ist freundlich und hell durch bodentiefe Fenster. Der Ausblick nach draußen ist für die Kinder jederzeit möglich und sie lassen viel natürliches Tageslicht eindringen, welches für die Entwicklung der Kinder wichtig ist. Durch eine natürliche Veränderung des Tageslichts werden die Sinneswahrnehmungen der Kinder ganz anders geschärft als durch konstantes künstliches Licht. 

 

Tageslicht moduliert die Dinge, lässt sie flächig oder plastisch erscheinen. Aus diesen Gründen bleiben die Fenster weitestgehend frei von Mal- und Bastelarbeiten. Die strukturierte, überschaubare Raumgliederung mit mehreren Funktionsecken ermöglicht den Kindern, sich ihren Entwicklungsbedürfnissen entsprechend zu bedienen. Ob sie sich in der Puppenecke dem beginnenden Rollenspiel widmen, die Bauecke nutzen, am Maltisch Spuren hinterlassen etc., entscheiden sie selbst. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der einzelnen Kinder und unterstützen sie darin. In der Mitte des Raumes ist Freifläche, um dem starken Bewegungsdrang der unter 3-Jährigen nachzukommen. Auch der verfügbare separate Bewegungsraum im Kinderhaus „Wilde13“ unterstützt die motorischen Übungen zusätzlich. 

 

 

 

Die Räume sind so konzipiert, dass sie überschaubar sind, die optische Verfügbarkeit der Erzieherin gewährleistet ist und die geeigneten Materialien und Spiele direkt zugänglich für die Kinder sind. Sie bieten den Kindern Anreize und unterstützen sie in ihrem Spiel, Bewegungs- und Forscherdrang. 

Tagesablauf

Klare Strukturen als Orientierung: Kinder brauchen Orientierung in allen Bereichen ihres Lebens. Sie brauchen Kontinuität, Sicherheit und klare Strukturen als fassbares und verlässliches Gerüst. So spielen Rituale, also immer wiederkehrende Dinge und wenige, überschaubare, aber klare Regeln eine große Rolle. Ganz entscheidend ist der feste Tagesablauf für die Kinder. Die Essenssituationen, der tägliche „Begrüßungskreis“ und die feste Ruhe- bzw. Schlafenszeit (je nach Bedarf der einzelnen Kinder) strukturieren den Tag. 

 

Besonderen Wert legen wir auf den Unterschied zwischen Regeln und dem Reglementieren. Das, was altersangemessen und bedeutsam ist, was wir den Kindern als Vorbilder vorleben und einem zu voreiligen Eingreifen in die Situation des Kindes. Ein Beispiel soll diese Praxis verdeutlichen: eine rote Ampel ist eine unumstößliche Regel, sie bietet Schutz und Ordnung für den Menschen. Sie muss vorbildhaft durch Erwachsene altersangemessen immer vorgelebt und eingehalten werden. Je älter ein Kind, umso bewusster und gesteuerter kann dieses Verhalten als Regel für den Jugendlichen/Erwachsenen gelten und eingehalten werden. Hingegen gewinnen z.B. Tischmanieren erst nach und nach an Bedeutung; Lösungswege von Kindern sind andere als die Erwachsener; Beschäftigungen eines Kindes mit Spielzeug, seine vielfachen Einsatzmöglichkeiten fördern Kreativität, Denk- und Vorstellungsvermögen. Kinder müssen also nicht reglementiert werden, wenn der Hammer als Flugzeug dient, wenn ein Haufen Sand ein Auto ist, die Brotdose zum Skateboard wird… 

 

 

Auch hier gilt für uns: je mehr Zeit wir uns nehmen, anbieten und beobachten (und daran Freude gewinnen), schützen und eingreifen, vorleben und laufen lassen, umso sicherer wird das Kind in seinem Tun, Fühlen und Denken.

Mahlzeiten

Gemeinsame Mahlzeiten sind das Frühstück, das Mittagessen und der „Imbiss“ (15.00 Uhr). 

 

Das Essen ist eingebettet in die Rituale des Händewaschens und des Tischspruchs.

 

Die Kinder dürfen so früh wie möglich selbstständig das Essen einnehmen und bekommen so viel Zeit von uns, wie sie brauchen. Sie haben die Möglichkeit, das Essen in Ruhe zu betrachten, zu sortieren, zu schmecken und in ihrem eigenen Tempo zu kauen. In diesem Alter kommt es häufig noch dazu, dass die Kinder ihre Finger zwischendurch als Hilfsmittel zum Essen nehmen, da die motorische Herausforderung zu löffeln nach einiger Zeit anstrengend wird. Das Kind sorgt selbst dafür, dass es löffeln lernt, und es sorgt dafür, satt zu werden. Für das Krippenkind stehen keineswegs die Manieren im Vordergrund, sondern der Stolz, einen solch zentralen Lebensvorgang selbst bedienen zu können. Das bedarf viel Lob und Anerkennung. Durch die starke Nachahmungstendenz der Kinder und die Vorbildfunktion der Erwachsenen mit dem Besteck zu essen, wird dieses zum richtigen Entwicklungszeitpunkt für die Kinder auch eine Selbstverständlichkeit. 

 

Kinder haben die biologische Grundausstattung, die es ihnen von Geburt an ermöglicht, Nahrung aufzunehmen, zu verarbeiten und zwischen Hunger und Sättigung zu unterscheiden. Man muss nur tatsächlich darauf vertrauen, denn Lebensmittel sind keine „Erziehungsmittel“. Der einzig brauchbare Maßstab ist die Befähigung zur Selbstregulierungskompetenz des Kindes.

 

Um die Kinder in ihrem natürlichen Sättigungsgefühl zu unterstützen und zu stärken, überlassen wir es ihnen selbst, zu bestimmen, wie viel sie essen wollen. 

 

 

 

Die Sonne scheint auch so... 

Schlaf- und Ruhezeiten

Kinder brauchen Zeit, Ruhe und Rückzug, um die Eindrücke des Tages verarbeiten zu können. Einige Stunden im Kontakt mit Gleichaltrigen und mit Erwachsenen zu sein, ist für Kleinkinder nicht nur anregend, sondern auch anstrengend. Sie sollen sich zurückziehen können, wann immer sie wollen. Verschiedene Ecken in der Raumkonzeption sowie der im Erdgeschoss liegende Multifunktionsraum ermöglichen den Kindern Versteck und Rückzugsmöglichkeiten und unterstützen die Kinder, sich ihren Bedürfnissen entsprechend zu verhalten. Bei aller Unterschiedlichkeit in den individuellen Ruhebedürfnissen räumen wir den Kindern eine feste Ruhe- bzw. Schlafenszeit ein. Es schlafen nur die, die wollen! Die Kinder suchen sich in der Phase der Eingewöhnung in Begleitung der Eltern einen festen Schlafplatz, den sie auch später behalten.

Die „Sache“ mit den Windeln…

Den der Toilettenbenutzung zugrunde liegende Entwicklungsschritt der Darmund Blasenkontrolle können Kinder, wie alle anderen wesentlichen Entwicklungsschritte, nur allein und in ihrem Tempo bewältigen. Drängeln oder feste Übungszeiten haben keine positiven Auswirkungen auf die Entwicklung, es führt vielleicht beim Herumsitzen und Warten zu einem zufälligen „Erfolgserlebnis“, aber passiv auf etwas zu warten, was irgendwann sowieso eintritt, ist keine Leistung, also auch kein Erfolg...

 

Statt des häufig bekannten Wortes Sauberkeitserziehung trifft vielmehr das Wort Sauberkeitsentwicklung, oder aber, wenn es um die Windel geht, „windelfrei“ zu.

 

Es handelt sich um einen körperlichen Vorgang, der quasi „automatisch“ abläuft. Um eine Kontrolle über diesen unwillkürlichen Vorgang zu gewinnen, muss das Kind die verschiedenen Körpersignale als zusammengehörig erkennen und daraufhin den Blasenmuskel kontrollieren können, d.h. das zentrale Nervensystem des Kindes muss also einen bestimmten Reifegrad erreicht haben.

 

Die Kinder werden zu dem Zeitpunkt „windelfrei“, an dem sie körperlich und psychisch dazu in der Lage sind. Wir vertrauen auf den Willen der Kinder, „groß“ zu werden, sie es als ihre Leistung betrachten können. Sie orientieren sich an anderen Kindern, lernen von ihnen, ahmen sie nach, wollen das auch können, was die „Großen“ schon tun. Wir begleiten und stärken sie in dieser Entwicklung, nehmen ihre Signale wahr und stehen im intensiven Austausch mit den Eltern über erreichte Fortschritte auf dem Weg weg von der Windel, um den damit veränderten Bedürfnissen des Kindes in Bezug auf die Sauberkeitsentwicklung gerecht zu werden. 

Das Wickeln

Das Wickeln ist weit mehr als Hygiene. Beim Wickeln geht es für uns nicht nur um das Säubern eines Kindes, sondern wir nutzen diese Gelegenheit, um in einem intensiven Kontakt und in Interaktion mit dem Kind zu stehen.

 

Die ungeteilte Aufmerksamkeit, die das Kind beim Wickeln erfährt, trägt zur Festigung der gegenseitigen Beziehung bei. Wir begleiten unsere Handlungen verbal und kommunizieren freundlich und zugewandt über Mimik und Gestik, achten die Intimsphäre jedes Kindes. Wir nehmen uns Zeit für diese Situation und sind im körperlichen Dialog mit dem Kind, bei dem es sich wohl fühlen soll.

 

Die Haut ist das erste und wichtigste Kommunikationsorgan des Kindes, sie ist das größte Schutz bietende Organ des Menschen im Verhältnis zu seiner Umgebung.

Sprache und Sprachentwicklung

Kleinkinder verstehen vor allem Gefühlssprache. Gefühle sind die Sprache eines Kindes, die es versteht und äußert. Für uns bedeutet das ein hohes Maß an Eigenreflexion für den täglichen professionellen Umgang mit Kindern. Gefühle, Mimik, Gestik und die verbale Sprache müssen im Einklang sein, also übereinstimmen. Spricht der Körper eine andere Sprache, weil die Gefühle anders sind als das, was man sagt, wird ein Kind verunsichert. Authentizität (Echtheit) vermittelt dem Kind Halt und Sicherheit.

 

Unabhängig vom Alter und der sprachlichen Entwicklung der Kinder sehen wir uns als ein ständiges sprachliches Vorbild. Ein dauerhaft und ernst genommener, freundlicher, angemessener Umgangston ist uns wichtig.

 

Wir begleiten Handlungen verbal, damit das Kind erfährt, wie sich diese Handlung anfühlt und heißt. Die deutliche, klare, dem Kind zugewandte Artikulation ist in dem Stadium der Sprachentwicklung entscheidend. Wiederkehrende Wort- bzw. Satzwiederholungen erleichtern dem Kind das Verständnis und die Wortnachahmung.

 

Singen, Fingerspiele etc. sind freudige Anlässe zum Spracherwerb.

 

Kinder in ihren Sprachanfängen ernst zu nehmen, heißt auch, ein „Nein“ von ihnen zu akzeptieren.

Selbstbestimmung und Selbstständigkeit

Jeder hat ein Recht auf Selbstbestimmung, auch die Jüngsten. Wir motivieren die Kinder dazu, sich selbstbestimmt und entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten zu entwickeln. Innerhalb eines geschützten Rahmens sollen die Kinder sich als aktiv und autonom erfahren. Sie sollen sich, ihren individuellen Möglichkeiten und Voraussetzungen gemäß, als Einfluss nehmende Wesen begreifen.

 

Im Krippenalter benötigen Kinder viel Zärtlichkeit, sie fordern Körperkontakt ein. Reflektiert und kindzentriert kommen wir den Bedürfnissen des Kindes nach und nehmen es liebevoll in den Arm. Aber auch hier gilt: Das Kind bestimmt selbst, indem es uns signalisiert, wann und wie lange es in den Arm genommen werden will! Wir akzeptieren und unterstützen diese Gefühle. Das Kind ist von Anfang an ein Subjekt, das eine eigenständige Persönlichkeit entwickelt.

 

Die Kinder signalisieren schon frühzeitig das Bestreben, selbstständig zu werden, sich selbst zu bestimmen. Zunehmend zeigen die Kinder dieses Verhalten zwischen zwei und drei Jahren, das so genannte „Autonomiealter“. Nicht zu verwechseln mit dem grenzenlosen Gewähren lassen bieten wir einen ausreichenden Raum zur Selbstbestimmung und knüpfen an den Interessen und Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes an. Wir unterstützen die Kinder auf dem Weg in Richtung Selbstständigkeit. „Möchtest du den grünen oder den blauen Becher haben?“, „Möchtest du Saft oder Wasser trinken?“. Entscheidungen werden von Menschen auf allen Gebieten des Lebens verlangt. 

 

Entwicklungsangemessene Entscheidungen selbst zu treffen und sich selbst zu bestimmen, sind wichtige Schritte in Richtung Autonomie. Die Kinder in diesen Prozessen stärkend zu unterstützen, hat positive Auswirkungen auf die gesamte Persönlichkeitsentwicklung, insbesondere auf die Leistungsmotivation, die Intelligenz und das Selbstvertrauen.

Wahrnehmung und Bewegung

Bewegung ist die Basis für geistige und körperliche Entwicklung. Kleinkinder haben Freude an der Bewegung durch das Bekrabbeln und Beklettern unterschiedlicher Ebenen. Sie ist eng verknüpft mit der Wahrnehmung. Durch differenzierte Beobachtung erfassen wir die individuelle Entwicklung der Kinder. Wir unterstützen und stärken sie in ihrem Können, um Zutrauen zu sich aufzubauen. Durch eine motivierende, zugewandte Haltung können sie ihrer nächstmöglichen Entwicklungsstufe näher kommen. Sie brauchen Hindernisse für die Herausforderung. Die Nutzung des angrenzenden Außengeländes des Kinderhauses „Wilde13“ und kleine Ausflüge in den nahe gelegenen Park tragen zu vielfältigen Sinn anregenden und motorischen Abenteuern bei.

 

Die Kinder sollen über alle Sinne vielfältige Wahrnehmungserfahrungen machen können/dürfen. Die Schwerpunkte liegen vor allem in der taktilen, aber auch in der kinästhetischen, vestibulären und auditiven Wahrnehmung. 

Taktile Wahrnehmung (der Tastsinn)

Die ersten Fühl-Erfahrungen bilden die Basis für alle weiteren komplexen Erfahrungen. Das Kleinkind erfühlt schon früh, dass rau nicht gleich rau und weich nicht gleich weich ist. Es bildet seine taktile Wahrnehmungsfähigkeit immer feinfühliger aus. Diese Sensibilität setzt sich in allen Sinnesbereichen fort. Tast-Erfahrungen nach neurobiologischer Säuglingsforschung spielen eine ausgesprochen mächtige Rolle bei der Gesamtqualität der Gehirnentwicklung. Zu beobachten ist dies z.B. immer wieder, wenn Kinder beim Gehen mit ihren Händen an Wänden o.ä. entlang streichen…

 

Jedes Kind, das viel Freiraum zum Experimentieren mit Wasser, Sand, Steinen und vielen anderen Dingen hat, setzt seine Sinne ein und nimmt dabei mit seiner ganzen Körperlichkeit wahr. Spielerisch stärkt es seine soziale und emotionale Kompetenz, wächst sein Ich-Bewusstsein durch Spaß und Erfolg.

 

Die Kinder sollen ihrem Forscherdrang bei uns nachkommen können durch Sinn anregende Materialien und Angebote. Sie sollen viele Gelegenheiten, viel Raum und Zeit haben zum Matschen in der Sandkiste, Spielen mit Wasser, zum Spuren hinterlassen mit Fingerfarbe und Kleister, Bearbeiten von Ton... Hier ist das Kind der Künstler!

 

Sich situativ ergebende Gelegenheiten, zu tasten, fühlen und zu erfahren, nutzen wir ebenso, z.B.: Wie sehr kitzelt ein Marienkäfer auf der Hand? 

Kinästhetische Wahrnehmung (der Muskelsinn)

Den eigenen Körper wahrzunehmen und zu beherrschen, ist eine elementare Fähigkeit. Nur, wenn ich meinen Körper wahrnehmen kann, weiß ich, wo er beginnt und wo er endet. Auch deshalb krabbeln Kinder gerne in enge Kisten oder Kartons. Die Kinder sollen intensive Erfahrungen mit ihrem Körper machen können.

Vestibuläre Wahrnehmung (der Gleichgewichtssinn)

Um das Gleichgewicht auszuloten und zu trainieren, begeben sich Kinder in unterschiedliche Positionen. Sie überwinden kleinere und größere Hindernisse, schaukeln gerne und klettern auf höhere Ebenen. Für jeden Stand der motorischen Entwicklung gibt es Herausforderungen und Anregungen, um selbst aktiv zu werden, z.B.: Schaukel, Wippbanane, Baumstämme, Matratzen, Sitzsäcke, Treppen...

 

Das kinästhetische und das vestibuläre System bezeichnet man als „sechsten“ Sinn und spricht zusammenfassend vom „Bewegungssinn“.

Auditive Wahrnehmung (der „Gehörsinn“)

Übungen zur Stille oder bewusstes Horchen auf zwitschernde Vögel, den Wind... sind Beispiele, die das Gehör speziell schulen. Dabei wird den Kindern ein Gefühl für Ruhe und die leisen Töne vermittelt. Rhythmische Bewegungsspiele ermöglichen über die auditive Wahrnehmung Erfahrungen im vestibulären, kinästhetischen und taktilen Bereich. Selbst die Jüngsten, die in ihrer motorischen Entwicklung noch nicht entsprechende Differenzierung erlangt haben, nehmen mit großer Freude teil und versuchen schon, ihrem Können entsprechend, Bewegungsabläufe nachzuahmen. 

Das (Frei)Spiel

Das Spielen ist die ernsthafteste und wichtigste Tätigkeit eines Kindes. Spielen entspricht auf kindlichem Niveau dem der Arbeit von Erwachsenen (vgl. Jantzen 2004). Es hat die gleiche Strukturen, bedarf der Zeit, des Raums, der Bewegung, der Aufmerksamkeit und Konzentration, Regeln und Energie. Wenn Kinder also spielen, dann ist das der Augenblick um als Erwachsener beobachtend teilzunehmen, das Kind in seinem Tun nicht zu unterbrechen. Werden wir aufgefordert mitzuspielen, ist dies eine vom Kind initiierte Handlung.

 

Das Spielen fördert Lernfähigkeit, Geduld, Konzentration, Motivation und stärkt das Ich-Bewusstsein durch Spaß und Erfolg; alles, was im späteren Leben für Jugendliche und uns Erwachsene von Bedeutung ist. Entscheidend für die Motivation eines Kindes sind unser Lob und unsere Freude an seinem Tun.

 

Die Kinder wählen selbst aus, was und womit sie spielen möchten. Sie sollen ausreichend Raum und Zeit haben, um mit den Dingen nach Belieben spielen und experimentieren zu können. Wir begleiten die Kinder dabei und ermutigen sie, auf ihre Weise vorzugehen. Wenn wir zu unbedingt darauf aus wären, dass dem Kind gelingt, was es versucht, würde es den Mut verlieren, weil es nicht schneller und ganz allein zum Ziel kommt.

 

Erwachsene haben oft zu sehr das Ziel und zu wenig die endlosen Umwege im Blick, die das Kind braucht, um zum Ziel zu kommen. Oftmals unterscheidet sich der individuelle Sinnbezug eines Kindes zu dem eines Erwachsenen. Lernpsychologisch ist „das Lernen über Umwege“ (vgl. Leontjew 1975) für den Behaltwert eines Menschen ausschlaggebend. 

 

Den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, an dem das Kind Unterstützung braucht und es während des Spielens zu ermutigen, sind wichtige Begleitungen. Wir geben grundsätzlich so wenig Hilfe wie möglich, aber so viel wie nötig.

 

Beispiel: Ein Kind, fasziniert von der selbst gewählten Aufgabe, einen Turm zu bauen, lernt mit Freude, ohne es zu merken, dass es nicht sofort entmutigt aufzugeben braucht, wenn ein Baustein nicht beim ersten Mal ruhig auf dem anderen bleibt. Durch immer wieder erneute Versuche lernt es allmählich, dass Ausdauer zum Erfolg führen kann, selbst, wenn es nicht gleich beim ersten Mal gelingt. Das Kind in diesem Beispiel zu unterstützen heißt, es für sein beharrliches Bemühen zu loben und nicht nur für den Erfolg. Das Kind erwirbt spielerisch die für das spätere Lernen und Arbeiten, z.B. in der Schule, Ausbildung und Beruf, so wichtige Ausdauer und Konzentration.

 

Spielzeuge müssen nicht dem ursprünglichen Zweck entsprechend benutzt werden. Um bei dem Beispiel der Bausteine zu bleiben, können sie von einem Kind auch für eine andere Tätigkeit benutzt werden. Z.B. können sie von Autos transportiert werden, weil das Spiel des Hin- und Hertransportierens gerade interessanter ist. Oder der Korb mit den Bausteinen wird ausgekippt, weil das Kind vielleicht wissen möchte, ob die Erdanziehungskraft bei allen Bausteinen funktioniert. Kindliche Lernentwicklungen sind durch die Wissenschaften (insbesondere J. Piaget) umfassend dargestellt und erforscht worden.

 

Das Spielen ist deshalb von so ausschlaggebender Wichtigkeit, weil es die intellektuelle Entwicklung des Kindes anspornt. Ohne es sich bewusst machen zu können, gewöhnt es sich Dinge an, die für sein Werden unentbehrlich sind. Am leichtesten gelingt es bei Tätigkeiten, die das Kind frei wählt und die Spaß machen.

 

Das Freispiel ist ein wesentlicher Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit und wir geben den Kindern möglichst viele und offene Gelegenheiten zum freien, fantasievollen Spielen. Für uns Mitarbeiter/-innen bietet sich während dieser Zeit ein idealer Beobachtungsraum.

 

Eine geplante, pädagogische Arbeit sowie Gruppenarbeit sind gerade im Krippenbereich in begrenztem Maße möglich. Für jedes kleine Kind stehen seine eigenen Wünsche und Begehren im Zentrum des Handelns, auf das wir uns immer wieder neu einstellen.

Die Eingewöhnungsphase

Dieser große Umbruch stellt im Familienleben zwischen Eltern und ihren Kindern eine erste und ernstzunehmende Herausforderung dar. Hierbei wollen wir mit den Eltern besonders eng und kooperativ arbeiten. Handlungsleitend ist für unser Krippenkonzept das sog. „Berliner Eingewöhnungsmodell“, das wissenschaftlich gestützt und erprobt wurde. Alle hierfür relevanten Punkte besprechen wir mit den Eltern ausführlich auf dem ersten Kennlern-Elternabend für Krippenkinder.

 

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht, die den Ablauf während der Eingewöhnung Ihres Kindes in unserer Einrichtung beschreibt. Die nachfolgende Gliederung ist dem „Institut für angewandte Sozialisationsforschung / Frühe Kindheit e.V.“ (Infans) entnommen. Ausführliche theoretische Hintergründe können Sie unter www.infans.net finden.

Ein Kind unter 3 Jahren will...

aktiv seine Umwelt entdecken und erforschen, gemeinsam mit anderen spielen und kommunizieren, Aufmerksamkeit, Beachtung und Zuwendung spüren, seine Bedürfnisse vermitteln und ernst genommen werden, kreativ sein und Kompetenzen entwickeln, Schritt für Schritt die Welt erobern, experimentieren und dadurch verstehen lernen, beobachten, imitieren, nachspielen, mit all seinen Sinnen aktiv sein, sich mit fantasievollen und anregenden Materialien auseinander setzen, seine Fähigkeiten entdecken, sicher werden und seine Stärken kennen lernen, Zeit haben, Raum haben, um seinen Horizont zu erweitern, so wie es ist, angenommen werden, Impulse bekommen, die zum Hinschauen, Zuhören, Mitmachen auffordern. 

 

Dafür braucht es Menschen... die zuhören, hinschauen und es lassen die ihm Zeit schenken und immer ansprechbar sind, die verlässlich, fröhlich, freundlich und liebevoll sind, die es ermutigen, die ihm vertraut sind, bei denen es seine Gefühle ausleben kann, die seine Bedürfnisse erkennen und flexibel sind, mit denen es spielen, lachen, reden kann, die das Kind ernst nehmen, es verstehen, es annehmen, die akzeptieren, dass jedes Kind sein eigenes Tempo hat, die eine positive Ausstrahlung haben und anregende Impulse geben.

 

Dafür braucht es eine Umgebung, die... ihm vertraut ist, in der es sich sicher fühlt, zum Entdecken, Experimentieren, Hinschauen und Verweilen einlädt, geordnet und übersichtlich ist, nicht zu viele Reize vermittelt, zur Aktivität und zum Ausruhen einlädt, durch das Material anregend ist, die Sinne weckt und anspricht, sie vielfältig miteinander verbinden lässt, es zulässt, im eigenen Tempo seine Erfahrungen zu machen, Raum und Zeit für Wiederholungen und Umwege lässt, Möglichkeiten, den Aktionsradius zu erweitern, Gelegenheiten gibt, um Kontakte zu knüpfen. 

 

Dafür braucht es Material, das... zum Experimentieren, Erforschen und Entdecken einlädt, die Sinne weckt und das Körperbewusstsein anregt, neugierig macht und zum Beobachten motiviert, Ähnlichkeiten und Unterschiede erkennen lässt, zum Sortieren, Zuordnen, Zusammenfügen auffordert, die Fantasie weckt und eigene Vorstellungen zulässt.

 

Die Sichtweisen und Folgerungen entsprechen unserem (Grund)Verständnis von kindlicher Entwicklung, dem aktuellen Wissensstand aus Pädagogik und Psychologie, sowie unseren langjährigen, beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern.

 

Wie ein Kind unterstützt wird

 

Fördern des natürlichen Bewegungsdranges des Kindes: von der großen zur kleinen/feinen Bewegung. Motorik und kognitive Entwicklung stehen in engem Zusammenhang.

 

Ein Kind spielt – dann lernt es: Wann immer Kinder allein oder mit anderen spielen, müssen die Kinder den eigenen „Rhythmus“ finden können. Ein Kind lernt deutlich Umfassenderes im Spiel, als nur das scheinbar Offensichtliche (z. B. Ausdauer, Intensität, gerichtete Aufmerksamkeit).

 

Vertrauen in ein Kind setzen und ihm das Gefühl geben, dass es neue Situationen meistern wird; unsichere Emotionen annehmen und durch Sprache und den Rückgriff auf bereits positive Erfahrungen abbauen. 

 

Mit dem Kind Zeit verbringen. Das Sprechen miteinander, „Schule, Schulweg und den Ranzen packen“ zu spielen, lehrt, Unsicherheiten in einer vertrauten Umgebung leichter aufzuarbeiten. 

 

Das Kind tun lassen, wozu es in der Lage ist/sein wird, wenn der Lernschritt überschaubar ist (Vermeidung von Unter- und Überforderung). Ein Konflikt und dessen Bewältigung ist ein (lebenslanger) Lernprozess und bedarf der Zeit.

 

Fördern des Kindes und seiner Fertigkeiten durch kleine, alltägliche und bewältigbare Aufgaben, die nur anfangs begleitet werden. Motivation entsteht durch negative Kritik zuerst, dann positive. 

 

Kind und Sprache. Dem Kind lautsprachlich ein „gutes Vorbild“ zu sein ist für dessen eigensprachliche Entwicklung von größter Bedeutung. Bis zum Alter von bis zu ca. 7-9 Jahren wird Falsches nicht verbessert, sondern die entsprechend korrekte Ausdrucksweise wiederholt. 

 

Dem Kind eindeutige Botschaften senden. Für eine gesunde Ich-Entwicklung ist das Kind auf klare Signale angewiesen. Widersprüchliche Aussagen in Sprache und Handlung verunsichern das Kind in seinen emotionalen Bewertungen. 

 

Konkurrenz mit anderen vermeiden. Jedes Kind hat einen eigenen Charakter, eigene Stärken und Schwächen, ein eigenes Lerntempo. Und: prinzipiell jedes Kind lernt, manchmal nur zu unterschiedlichen Zeiten und durch unterschiedliche Inhalte. 

 

Lerninhalte werden dem Kind nur entwicklungsbezogen präsentiert. Die Wahl des Lerninhaltes muss dem Entwicklungs- und nicht dem Altersstand des Kindes entsprechen. Freude an dem Können und Lernen des Kindes zu zeigen, Interesse bekunden und das Kind anzunehmen sind bedeutende Eckpfeiler für zukünftige, gelingende Entwicklungsaufgaben (vgl. hierzu Havighurst 2000). 

 

Alle, nicht ausdrücklich benannten Punkte, werden im Bedarfsfall vom Träger, dem CVJM Lübeck e.V. bzw. von der Leitung des Kinderhauses entschieden und verkündet. 

 

Lübeck, 16.06.2020


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